Der Asyl-Beamte Lars M. (47), der versucht haben soll, seine uneheliche Tochter abschieben zu lassen (MOPO berichtete), trat am Wochenende von seinen CDU-Parteiämtern zurück. Lars M. war Ortsvorsitzender der CDU Nienstedten und saß für die Partei in der Bezirksversammlung Altona. Er ist verheiratet und hat zwei eheliche Töchter.
"Der Landesverband der CDU hat diesen Schritt des Nienstedtener Ortsvorsitzenden akzeptiert und ihm für seine langjährige Arbeit für die Partei gedankt", so die dürre Mitteilung des Landesgeschäftsführers der CDU, Gregor Jaecke.
Das schäbige Verhalten des Lars M. war in der vergangenen Woche durch einen Bericht des Magazins "Der Spiegel" aufgedeckt worden: Demnach soll der Amtsrat der Hamburger Außenstelle des Bundesamtes für Migration im Jahr 2003 mit einer Asylbewerberin (34) eine Tochter gezeugt haben, sich aber geweigert haben, die Vaterschaft anzuerkennen.
Um sich vor den Unterhaltszahlungen zu drücken, soll der Amtsrat seinen Zugriff auf die Akten seiner Ex-Geliebten dazu missbraucht haben, dem zuständigen Familienrichter die Abschiebung von Mutter und Kind nahezulegen.
Erst im April 2008 brachte ein vom Familiengericht Duisburg erzwungener Gentest den Nachweis, dass Lars M. der Vater des inzwischen vierjährigen Mädchens ist. Möglicherweise droht dem Christdemokraten nun auch noch ein Strafverfahren wegen Prozessbehinderung, da er mit seiner Behauptung, es habe keinerlei sexuelle Kontakte gegeben, das Gericht belogen hat.
Lars M. lässt ausrichten, dass er sich "künftig auf die Klärung der in den Medien erhobenen Vorwürfe" konzentrieren wolle. Der Anwalt der Asylbewerberin sagte auf MOPO-Nachfrage, dass Lars M. die Vaterschaft noch immer nicht anerkennt habe. Der CDU-Ortsverband Nienstedten wird am 27. Oktober einen neuen Vorsitzenden wählen.
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