Freundschaft verbindet. Und auch in einer zerbrochenen Freundschaft gibt es noch über lange Zeit Berührungspunkte. Bei Bürgermeister Ole von Beust und Ex-Justizsenator Roger Kusch ist es eine 150-Quadratmeter-Wohnung am Hansaplatz (St. Georg). Beust hatte die geräumige Wohnung im Frühjahr 2001 gekauft und sie dann an Kusch vermietet. Kaum anzunehmen, dass der von seinem Freund geschasste Ex-Senator länger als nötig in dieser Wohnung bleiben wird, für die er rund 1100 Euro Miete im Monat zahlt.
Denn der Gemütszustand von Kusch lässt sich an seinem eiligen Austritt aus der CDU ablesen, der er mehr als 34 Jahre angehörte. Nur vier Stunden nach seinem Rausschmiss kündigte Kusch seine Parteimitgliedschaft. Und so wird er möglicherweise jetzt auch das Mietverhältnis mit von Beust kündigen wollen. Die Wohnung war erstmals in die Schlagzeilen geraten, als Ex-Innensenator Ronald Schill 2003 seine Schmutzkampagne gegen von Beust startete und behauptete, diese Wohnung sei das "Liebesnest" von Kusch und von Beust.
Bevor es jedoch zu einer Kündigung des Mietverhältnisses kommt, hat Kusch bereits eine weitere "Aufräumarbeit" in Auftrag gegeben. Seine Bürosachen stehen schon in Umzugskartons verpackt. Sie sollen zu Kusch geliefert werden, so dass er selbst nicht mehr persönlich in der Behörde erscheinen muss. Im Mai will Kusch dann konkrete Pläne zu seiner politischen Zukunft in Hamburg bekannt geben.