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NACH LIGA-AUFSTAND

Siegenthaler sagt dem HSV ab!

Urs Siegenthaler

Foto: Witters

Siegenthalers Begründung: "Ich hatte mich sehr auf meine Arbeit mit dem HSV gefreut. Aufgrund von mir nicht beeinflussbaren Umständen stand ich jetzt aber vor der Alternative einer Tätigkeit für den HSV oder den DFB. Aufgrund meiner von Anfang an auch gegenüber dem HSV betonten Loyalität zum DFB, zum Bundestrainer Joachim Löw und zum Team der Nationalmannschaft habe ich jetzt diese Entscheidung getroffen."



HSV-Boss Bernd Hoffmann reagierte auf hsv.de: "Ich habe kein Verständnis dafür, dass Urs Siegenthaler nun zu einer Entscheidung gezwungen wurde. Die Absicht, eine Funktion beim HSV zu übernehmen, ist seit Februar bekannt und mit den verantwortlichen Leuten beim DFB abgestimmt. Dass eine Doppelfunktion nun vier Tage vor Arbeitsbeginn ein unlösbares Problem darstellen soll, ist nicht nachvollziehbar."



Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge hatte der "Sport-Bild" gesagt: "Es geht um Hygiene. Es gibt einen Grundsatzbeschluss der DFL, dass eine solche Doppelfunktion abgelehnt wird." Den DFB und den HSV in Einklang zu bringen "verbietet sich daher".



Es war ein Gewusel aus klaren Absprachen, Rückwärtsrollen und nicht eingehaltenen Zusagen. Den HSV trifft dabei wohl keine Schuld. Schon im Februar, als die Gespräche mit Siegenthaler begannen, erhielt die Klubspitze klare Signale des DFB, dass eine Doppelfunktion akzeptabel sei – nach MOPO-Informationen auch von DFB-Präsident Theo Zwanziger, seinem Generalsekretär Wolfgang Niersbach und Bundestrainer Joachim Löw. Auch Siegenthaler wurde dies zugesichert. Nun aber wurde beim DFB kräftig zurückgerudert.



Frankfurts Sportchef Heribert Bruchhagen, Mitglied des Liga-Vorstands, spricht den HSV dennoch von jeder Schuld frei. "Da gibt es nichts zu kritisieren", sagte er der MOPO. "Herr Siegenthaler ist doch ein erwachsener Mann, er hat beim HSV einen Vertrag unterschrieben."



Der Schweizer ist weg. Der HSV wird sich nun nicht um einen weiteren starken Mann neben Sportchef Bastian Reinhardt bemühen. Hoffmann: "Wir bedauern diese Entwicklung natürlich sehr, denn wir waren von Urs Siegenthalers Ideen und Konzepten, insbesondere für Nachwuchs und Scouting, absolut überzeugt. Wir werden die angestoßenen Maßnahmen fortsetzen. Dafür sind wir mit unserem Sportvorstand Bastian Reinhardt und durch die mit Urs Siegenthaler getroffenen Personalentscheidungen in Nachwuchs und Scouting gut aufgestellt."

Fotostrecke Eva Habermann und Sanna Englund

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Datum:  29.7.2010
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