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MOPO.de | Nach Hochhuth-Angriff: Grass wehrt sich gegen die Kritik
07. April 2012
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Nach Hochhuth-Angriff: Grass wehrt sich gegen die Kritik

In der Kritik: Günter Grass.

In der Kritik: Günter Grass.

Foto:

dapd

Berlin -

Mit beispielloser Härte hat der Schriftsteller Rolf Hochhuth seinen Kollegen Günter Grass angegriffen: „Du bist geblieben, was Du freiwillig geworden bist: der SS-Mann“. Hochhuth schrieb in einem offenen Brief an Grass, er schäme sich nun als Deutscher.

In unverminderter Wucht wurde Grass in der Öffentlichkeit für sein Gedicht „Was gesagt werden muss“ (unten) weiter kritisiert. In dem Text hatte Grass Israel als Gefahr für den Weltfrieden bezeichnet. Seine Gegner antworteten mit einer Kanonade von Beschimpfungen: So schrieb der US-Autor Daniel Jonah Goldhagen: „Grass führt die Perversion – die Verkehrung von Opfern zu Tätern – auf ein neues Niveau“. Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld stellte Grass’ Gedicht in eine Reihe mit einer Hitler-Rede, Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kritisierte empört, Grass würde Israel und den Iran auf eine Stufe stellen.

Angesichts der Kritikwelle präzisierte Grass die Aussagen seines Textes. So habe er nicht Israel allgemein angreifen wollen, sondern die Regierung Netanjahu: „Die kritisiere ich: Eine Politik, die gegen jede Uno-Resolution den Siedlungsbau fortsetzt. Ich kritisiere eine Politik, die Israel mehr und mehr Feinde schafft und das Land mehr und mehr isoliert“, so der Literaturnobelpreisträger.

Seinen zahlreichen Kritikern sagte Grass: „Widerrufen werde ich auf keinen Fall. Eine derart massive Verurteilung bis hin zum Vorwurf des Antisemitismus ist von einer verletzenden Gehässigkeit ohnegleichen.“





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