Er war gar nicht in der Lage, zu viel über die Angelegenheit nachzudenken. "Wir haben immer so hart trainiert, da war ich froh, wenn ich zu Hause einfach nur die Füße hochlegen konnte", erzählt David Jarolim. Ihm dürfte dennoch ein Stein vom Herzen gefallen sein, als Bruno Labbadia ihm gestern Mittag das mitteilte, was alle erwarteten: Jaro bleibt Kapitän des HSV! Der Tscheche, auf und außerhalb des Platzes ein Vorbild erster Güte, ist damit auch weiterhin das wichtigste Bindeglied zwischen den Profis und ihrem Trainer.
"Ich freue mich natürlich sehr", so der 30-Jährige. "Es ist mir noch immer eine große Ehre, Kapitän des HSV sein zu dürfen." Jarolim sieht es zugleich als Verpflichtung, "man muss sich so was verdienen, immer vorangehen und Leistung zeigen. Ich sehe das als Herausforderung." Der Käpt'n will, nach bewährtem Muster, auch weiterhin ein Gespann mit seinem Vize Joris Mathijsen und Keeper Frank Rost bilden: "Das ist ein harter Kern, wir machen alles gemeinsam."
Kapitän Jaro - aus Labbadias Sicht eine Entscheidung, die auf der Hand lag. Nachdem die Profis den neuen Team-Rat gewählt hatten (neben Jarolim, Mathijsen und Rost gehören ihm Guy Demel und Collin Benjamin an), zögerte er nicht lange. "Es gab keine Veranlassung, etwas zu ändern", so der 43-Jährige. "David und Joris sind Vorbildprofis, die prädestiniert dafür sind, Führungsrollen einzunehmen."
Sie sollen auch in Zukunft einschreiten und vermitteln, sollte es zu Differenzen innerhalb des Kaders kommen. Jarolim aber ist optimistisch: "Es gibt keine Grüppchen bei uns, sonst hätten wir in der letzten Saison auch nicht so erfolgreich spielen können." So soll es bleiben - der Käpt'n wird's im Auge behalten.