Sie ist Raucherin aus Überzeugung und Wirtin aus Leidenschaft. Noch. Tine Wittler (34), Deutschlands Einrichtungsexpertin Nummer eins, will sich und ihren Gästen das Qualmen am Tresen nicht verbieten lassen. Lieber gibt sie ihre geliebte Kneipe, die "Parallelwelt" in Altona-Nord, auf - mit blutendem Herzen und Wut im Bauch.
"Ich bin total böse", schnaubt die blonde Fernsehpreisträgerin, "ich sehe überhaupt nicht ein, warum ich meine eigene Kneipe nicht so führen darf, wie ich es will." Ihre kleine rosa Bar an der Präsident-Krahn-Straße hat keinen abtrennbaren Raum, der für Raucher umgebaut werden könnte. Das fordert der Senat aber für Ausnahmegenehmigungen. "Es sind die kleinen Betriebe, die die Arschkarte gezogen haben", sagt die Einrichtungsqueen gewohnt rustikal.
Und zum Paffen nach draußen? Lässt die starke Raucherin nicht gelten: "Jedes Mal Tür auf, Tür zu, wenn jemand auf dem Fußweg eine rauchen will, da geht die Gemütlichkeit flöten, die Nachbarn sind genervt und die Heizkosten explodieren."
Das Rauchverbot würde die "Parallelwelt" in den Ruin treiben, davon ist Tine überzeugt: "Wir machen seit Monaten Befragungen unter den Gästen. 60 Prozent geben an, dass sie seltener oder gar nicht mehr kämen, wenn sie nicht mehr rauchen dürften." Nur zehn Prozent wollen bei sauberer Luft öfter kommen: "Damit können wir nicht überleben. Ich muss den Laden schließen." Die Folge: Ein Angestellter und drei Aushilfen werden arbeitslos.
Die Eröffnung der eigenen Kneipe, das war 2004 die Erfüllung eines Traums für den exzentrischen RTL-Star aus Ottensen. Tines jüngster Roman trägt den Namen der Bar und erzählt vom Leben im Quartier. Keine Hoffnung für die "Parallelwelt"? "Na ja", sagt Tine, "wir suchen nach Räumen, die ein Raucherabteil möglich machen. Aber das wird nicht dasselbe sein."
Raucht gern und will es ihren Gästen nicht verbieten: Tine Wittler, Einrichtungsqueen und Wirtin