Morddrohungen, perverse Briefe
Stalking: Wenn Stars mit der Angst leben
Die meisten schweigen über ihre schrecklichen Erlebnisse. Aus Angst, Nachahmer auf sich aufmerksam zu machen. In Hollywood brachte Stalking-Terror schon viele Täter ins Gefängnis. Doch auch deutsche Prominente leben mit der Panik vor dem unbekannten Verfolger. In der ARD-Sendung „Beckmann“ spricht Sängerin und Schauspielerin Yvonne Catterfeld (30) am Montagabend (22.45 Uhr) zum ersten Mal über ihre Todesangst.
"Ich habe Morddrohungen bekommen per Internet, die sehr massiv waren und mit sexuellen Drohungen einhergingen.“ Ende 2004 begann die schlimmste Zeit ihres Lebens. Catterfeld: „Ich bekam ganz schlimme Bilder geschickt, die wirklich zum Brechen waren und bei denen uns allen sehr übel geworden ist.“ Das Bedrückende: die Wehrlosigkeit. „Ich durfte damals darüber nie reden, weil man Angst hatte, dass es dann noch massiver wird.“ Catterfeld engagierte einen Leibwächter, der sie auch zu den Dreharbeiten begleitete. „Ich bin kein Mensch, der Personenschützer um sich herum haben möchte. Aber der Bodyguard hat da gewartet, und dann hat er mich ins Hotel gefahren.“
Aus Angst vor dem Verfolger versteckte sich der TV-Star zwei Monate: „Ich habe bei meinem damaligen Freund gewohnt, wobei ich irgendwann ins Hotel gegangen bin, weil ich ihn nicht gefährden wollte. Weil man natürlich auch Angst hat, dass man Menschen, die einem nahestehen, da mit reinzieht. Und es ist schlimm, wenn man einfach weiß, man kann nicht nach Hause gehen.“
Die Untersuchungen des Landeskriminalamtes blieben ergebnislos: „Es gab irgendwelche Hinweise, aber irgendwann hat es aufgehört.“ Doch nicht jeder Promi hat dieses Glück. Ein psychisch kranker Verehrer von Filmstar Jodie Foster schoss einst auf Ronald Reagan, um sie damit zu beeindrucken (weitere Stalking-Fälle siehe Kasten rechts).
Catterfeld lebt heute wieder angstfrei: „Es war eine harte Zeit, aber ich bin ein Verdrängungskünstler.“
Prominente Stalking-Opfer
Bildergalerie ( 7 Bilder )
Prominente Stalking-Opfer
Jeanette Biedermann
Ein 44-Jähriger bedrohte die Sängerin 2003 wochenlang mit Briefen. Schließlich stieg er in ihrer Abwesenheit in ihre Wohnung ein, legte sich in ihr Bett. Der Mann wurde zu 3600 Euro Strafe verurteilt. Er galt wegen Wahnvorstellungen als vermindert schuldfähig.
Foto: dpa
Jennifer Aniston
Ein Jahr kam der Amerikaner David Hesterbey hinter Gitter, weil er in das Haus von US-Schönheit Jennifer Aniston eingedrungen war. Der 49-Jährige darf sich der Schauspielerin zudem die nächsten zehn Jahre nicht nähern und muss 1000 Meter Abstand zu ihrem Haus halten.
Foto: dpa
Uma Thurman
Jahrelang lauerte ein verwirrter 37-Jähriger immer wieder vor dem Haus von „Pulp Fiction“-Star Uma Thurman. Bei Dreharbeiten versuchte er, in ihre Umkleide einzudringen. Ein Geschworenengericht in New York schickte den Stalker in psychiatrische Behandlung.
Foto: dpa
Anna Kurnikova
Ein Obdachloser schrieb dem Tennis-Star sexuell anzügliche Briefe, schwamm in der Bucht vor ihrer Villa. „Anna, rette mich!“ rufend stellte er sich nackt vor ein Anwesen. „Es ist schlimm zu wissen, dass da draußen jemand ist, der eine Obsession hat“, so Kurnikova vor Gericht.
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Jil Sander
2006 verurteilte das Hamburger Landgericht eine psychisch kranke 33-Jährige zu 15 Monaten Haft und anschließendem Aufenthalt in der Psychiatrie. Die Verurteilte verfolgte Sander im Liebeswahn und drohte damit, die Modeschöpferin mit Benzin anzuzünden.
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Jodie Foster
Der Amerikaner John Hinkley verübte 1981 ein Attentat auf den damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan. Sein Motiv: Er wollte Jodie Foster damit beeindrucken. Der geistig verwirrte Täter kam in die Psychiatrie. Jodie Foster brauchte Jahre, um den Schock zu verarbeiten.
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dpa
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