MORD AM JUNGFERNSTIEG
Der Messerstecher: Er ist erst 16!
Foto: Marius Röer
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Er ist gerade einmal 16 Jahre alt! Elias A. soll den 19-jährigen Mel D. mit einem Messer auf dem Bahnhof Jungfernstieg erstochen haben. Am Montag wurden der dringend Tatverdächtige und drei seiner Kumpels von der Polizei festgenommen. Noch ist unklar, ob gegen sie wegen des Verdachts des Mordes oder des Totschlags ermittelt wird. Dem Messerstecher drohen bis zu zehn Jahre Haft!
Drei Tage nachdem der Chemie-Assistent aus Horn im Bahnhof Jungfernstieg von einer Gruppe Halbstarker erstochen worden war, scheint der Fall aufgeklärt: Die Tatverdächtigen waren auf dem Bahnhof von Überwachungskameras gefilmt worden so kamen die Fahnder ihnen schnell auf die Spur.
Die Polizei hatte mit diesen Videobildern eine interne Suche gestartet. Die Fotos der Täter wurden an alle Dienststellen gesendet. Montagmorgen erkannte ein Beamter den 16-Jährigen wieder. Kein Wunder: Elias A. (Hauptschulabschluss 2009) wird bei Polizei und Staatsanwaltschaft als Intensivtäter geführt. Er war vor allem wegen Körperverletzung und Raubdelikten aufgefallen. Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers: "Wir kennen den Tatverdächtigen bereits aus Zeiten, als er noch ein strafunmündiges Kind war." Im Alter von zehn Jahren kam Elias A. zum ersten Mal mit dem Gesetz in Konflikt.
Der 16-Jährige gehört sogar zur Gruppe der "Protäkt-Täter". Dieses Projekt von Justizbehörde und Staatsanwaltschaft soll zu einer "täterorientierten Bekämpfung von Jugendkriminalität" beitragen. In der Praxis bedeutet das unter anderem, dass die Verfahren gegen hochgradig kriminelle Teenager wie Elias der Einfachheit halber von immer demselben Staatsanwalt bearbeitet werden. In Juristenkreisen spricht man von einer "Manndeckung". Geholfen hat all das bislang offenbar nur wenig.
Elias A. wurde Montag in der Wohnung seiner Eltern in der Neustadt festgenommen. Seinen auffälligen "Irokesenschnitt" hatte er sich abgeschnitten - offenbar um sich zu tarnen. Er wurde mit einem Zivilwagen ins Polizeipräsidium gebracht. Gleichzeitig klickten bei seinen Kumpels Kamil K. (17), Sebastian S. (17) und Kai W. (18) die Handschellen.
Elias A. gilt derzeit als mutmaßlicher Haupttäter. Er soll derjenige gewesen sein, der Mel D. am Freitagabend offenbar nach einem nichtigen Streit das Messer in die Brust gerammt hat. Ob auch die anderen drei festgenommenen Jugendlichen an der Bluttat beteiligt gewesen sind, soll nun in den Vernehmungen geklärt werden.
Und auch der fünfte Tatverdächte wurde identifiziert - es ist eine Frage der
Zeit, bis auch er festgenommen wird.
Hier nehmen sie die Verdächtigen fest
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Hier nehmen sie die Verdächtigen fest
Der mutmaßliche Haupttäter.
Foto: dpa
Hier führt die Polizei einen weiteren Verdächtigen ab.
Foto: Marius Röer
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Foto: Marius Röer
Hier führt die Polizei einen weiteren Verdächtigen ab.
Foto: Marius Röer
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Umfrage - haben Sie Angst in S- und U-Bahn?
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Konstantin Becker (26), Referendar aus Ottensen: "Das Thema Sicherheit in der U-Bahn ist total aufgebauscht. Passieren kann überall was, vor allem auf dem Kiez. Ich hab noch nie etwas Unangenehmes erlebt und auch keine Angst."
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Anja Düsing (25), Altenpflegerin aus Altona: "Es ist schon krass, dass so etwas passiert. Aber meistens sind das Vorfälle unter Jugendlichen einer bestimmten Altersgruppe. Das hat mit mir nichts zu tun, und daher habe ich auch keine Angst."
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Tarek Ibn Lahoel (40), Logistiker aus Langenhorn: "Der Vorfall war ein Einzelfall. Ich habe keine Angst in der Bahn. Höchstens wenn ich nachts fahre, allein im Wagen sitze und eine Jugendgang einsteigt. Dann fühl ich mich schon unwohl."
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Eva Schrade (19), Umweltaktivistin aus Farmsen: "Ich versuche in der Bahn Konflikte zu vermeiden und würde nie jemanden fragen, ob er die Musik leiser stellen oder Platz machen kann. Wenn Gangs einsteigen, wechsel ich den Waggon."
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Lothar Kunze (73), Rentner aus Eimsbüttel:
"Ich wohne normal in St. Petersburg und bin also einiges gewohnt. Passieren kann einem überall etwas. Neulich bin ich beim Milch-Holen beklaut worden. Plötzlich war mein Portemonnaie weg."
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Babette Börner (17), Schülerin aus Altona: "Ich fühl mich schon immer unwohl in öffentlichen Verkehrsmitteln. Ich guck immer erst, wer noch so im Waggon ist, und setz mich eher in die Nähe von Frauen oder Leuten mit kleinen Kindern."
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Trauer um 19-Jährigen
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Auch die Pressemitteilung der Polizei wurde aufgehängt. Sie enthält eine grobe Beschreibung der Täter.
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Mel D. wurde im Bahnhof Jungfernstieg erstochen.
Foto: hfr
Mandy H., eine Freundin und Nachbarin von Mel D. (o.), schrieb diesen Brief und hängte ihn im Bahnhof Jungfernstieg auf.
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Freunde und Bekannte legten Blumen und Kränze am Tatort nieder.
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19-Jähriger am Jungfernstieg tödlich verletzt
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19-Jähriger am Jungfernstieg tödlich verletzt
Notärzte kämpfen um das Leben des jungen Mannes.
Foto: Marius Röer
Notärzte kämpfen um das Leben des jungen Mannes.
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Die Polizei sichert den Tatort ab.
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Notärzte kämpfen um das Leben des jungen Mannes.
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Das Opfer liegt auf der Bahre.
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Der junge Mann wird über die Rolltreppe nach oben transportiert.
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Der junge Mann wird über die Rolltreppe nach oben transportiert.
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Der junge Mann wird über die Rolltreppe nach oben transportiert.
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Die Notärzte und Sanitäter bringen ihn in den Rettungswagen.
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Mehrere Notartzwagen stehen an der S-Bahn-Haltestelle Jungfernstieg.
Foto: Marius Röer
Mehrere Notartzwagen stehen an der S-Bahn-Haltestelle Jungfernstieg.
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Der Tatort ist weiträumig abgesperrt.
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Die Ermittler machen sich an die Arbeit, sichern Spuren, die die Täter hinterlassen haben.
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Die Spurensicherung prüft jeden Winkel genau.
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Notärzte kämpfen um das Leben des jungen Mannes.
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