Was als kaum wahrnehmbares Kribbeln begann, hat sich zu einem echten Gefühlstornado ausgewachsen. Der Olympia-Countdown hat auch Moritz Fürste (23) in seinen Bann gezogen. "Spätestens bei der Einkleidung war die Anspannung nicht mehr zu verleugnen", verrät der Angreifer des Uhlenhorster HC. Mit Sebastian Biederlack (Alster), Tobias Hauke (Harvestehude), Carlos Nevado und Philip Witte (alle UHC) machen sich fünf Hamburger Hockey-Helden auf den Weg nach Peking. Die deutsche Nationalmannschaft gehört einmal mehr zu den absoluten Top-Favoriten. Krummstöcke auf Gold-Mission!
Modellathlet Fürste (1,90 Meter, 87 kg) macht aus seinen persönlichen Ansprüchen keinen Hehl. "Wir sind natürlich Gold-Anwärter." Es ist diese erfrischende Unbedarftheit, mit der der Olympia-Neuling seinem Team einen Schub geben will.
Während Fürste durch seine lockere Art besticht (nach der rauschenden WM-Feier 2006 sagte er den fast schon legendären Satz: "Wir sind eben nicht nur auf dem Platz echte Steher"), gehört Biederlack eher zu den ruhigeren Vertretern. Der Abwehr-Stratege (ist mit Nationalspielerin Martina Heinlein liiert) gehört mit seinen 26 Jahren fast schon zu den Routiniers. Auf die Frage, ob er sich nebenbei schon auf Land und Leute vorbereite, antwortet er: "Ich lese mich gerade ein."
Und wo Fürste sich komplett auf den Sport fokussiert ("Ich fahre nicht als Tourist nach China"), würde Biederlack gerne,"wenn es der Zeitplan zulässt", die eine oder andere Sehenswürdigkeit bestaunen. Was beide eint, ist die Vorfreude auf das "Gemeinschaftserlebnis" Olympia.
"Ich bin an allem interessiert - bis auf Wassersport. Das ist nicht so mein Terrain", gesteht Fürste. "Mein absoluter Traum wäre, das 100-Meter-Finale der Leichtathleten live im Stadion zu verfolgen." Biederlack ist vor allem an persönlichen Kontakten interessiert: "Das ist schon cool, die richtig populären Sportler kennenzulernen."
Oberste Priorität hat jedoch das sportliche Ziel. Auf einen gemeinsamen "Feind" haben sich alle Teams einzustellen: das Wetter. Bei Temperaturen von weit über 30 Grad und enormer Luftfeuchtigkeit (über 90 Prozent) sind Hitzeschlachten vorprogrammiert. Fürste sieht darin kein wirkliches Problem: "Das gehört dazu. Außerdem spielen wir entweder morgens oder abends. Das passt schon."
Wie gut es, trotz durchwachsener Vorbereitung, am Ende wirklich passt, wird sich zeigen. Sowohl Fürste als auch Biederlack wünschen sich, dass das anfängliche Kribbeln in einem befreienden Jubelsturm gipfelt.
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?