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MOPO-AKTION SCHMUTZPATRON GESUCHT!: Was passiert eigentlich mit dem Altpapier?

Klaus Danowski (49) hat keine Zeit für einen langen Schwatz. "Muss alles schnell gehen", sagt er. Mit geübten Handgriffen öffnet der Glascontainer-Entleerer den Deckel seines Lkw, fährt den Kranarm hoch und schwenkt ihn über das "Iglo" - den Papiercontainer. Dann befestigt er die beiden Ketten am "Iglo" und drückt routiniert auf seiner Schaltkonsole herum. Ein kleiner Knopf zum anschalten, ein weiterer für die Geschwindigkeit, mit dem großen Knopf geht der Kranarm hoch und mit dem mittleren öffnet sich der "Iglo"-Boden. Acht Tonnen Papier fallen auf die Ladefläche. "Ich hatte da schon alles drin, von Bauschutt bis zu toten Katzen, Hunden und Schildkröten", erzählt Danowski. "Hier in Stellingen ist alles sauber, aber Sie sollten mal Eimsbüttel sehen - da ist es schlimm", sagt Danowski. Dort hat er an einem Standort mal sieben Elektroherde und acht Kühlschränke gefunden. "Außerdem sind die Straßen immer zugeparkt."



Etwa 60 Standorte in Eimsbüttel, Lokstedt, Stellingen Eidelstedt und Schnelsen schafft Danowski am Tag. Zwischendurch muss er die Fracht am Firmensitz der Firma Melosch in Altona abladen, denn in seinen Wagen passt maximal der Inhalt von 26 "Iglos" hinein.



An der Waidmannstraße erfolgt die Grobsortierung. Dann wird das Papier zu Ballen gepresst und in Containern nach Übersee verschifft. Für die Herstellung von Recyclingpapier ist es zu schlecht. "Dafür dürften höchstens drei Prozent Störstoffe drin sein", erklärt Hanjo Wrobel, Einkäufer bei Melosch. Diese Feinsortierung kann nur die moderne Anlage in Pinneberg. Dort landen pro Monat 3500 Tonnen Altpapier. Störstoffe wie Glasflaschen, Plastik oder Holz werden herausgefiltert.



Zunächst bringt eine Walze die Papierberge auf eine gleichmäßige Höhe. So laufen sie auf dem Fließband durch die Anlage. Zunächst sortieren rotierende Scheiben die großen Pappkartons heraus. Das Papier fährt weiter und über ein Rost, durch das Sand und Scherben fallen. Schließlich landet das vorsortierte Papier im "Optronic". Das Gerät erfasst braune Pappen und pustet sie mit einer Luftdüse gezielt heraus. Noch eine weitere Sortierung und dann muss Karina Akkaya (41) ran. Sie holt per Hand alle unerwünschten Reste wie Müll und Pappe heraus. "Hier kommen auch Kleidung, Flaschen und sogar Motorteile an", so die Endkontrolleurin.



Der Müll wandert in die Verbrennung, das Papier lose auf einen Lkw. Der bringt es nach Glückstadt (Kreis Steinburg) in die Fabrik. Und dort wird aus dem alten wieder neues Papier.

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