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MOIN, MOIN!: Wir lernen Platt an der Uni

An de Universitet in Hamborch, dor gifft dat een Perfessersche för Plattdüütsch. Weet Se dat al? Ingrid Schröder (46) schnackte schon als Kind mit ihren Eltern Platt - sie ist Hamburgs einzige Professorin für "Niederdeutsche Sprache und Literatur", wie es offiziell heißt. Sie bringt Germanistik-Studenten die wissenschaftliche Seite der Hamburger Mundart bei, das Interesse ist groß.



In dem Seminar "Einführung in das Niederdeutsche" drängen sich 30 Studenten, in der Veranstaltung "Stadt und Sprache" sogar fast 70 junge Leute. "Die meisten haben ein plattdeutsches Umfeld oder wollen einfach mehr über das Niederdeutsche erfahren", sagt Ingrid Schröder. Platt zu reden lernen die Studenten dort nicht, für Sprachkurse fehlt das Geld.



Die verschiedenen norddeutschen Dialekte, ihre Grammatik, Niederdeutsch in den Medien - das sind einige der Themen, die die Studenten in den Seminaren von Ingrid Schröder diskutieren. Hier erfahren sie auch, dass Plattdeutsch bis ins 17. Jahrhundert in Hamburg Sprache des Alltags und von Verwaltung, Recht und Literatur war, bis es von Hochdeutsch verdrängt wurde. Heute wird Plattdeutsch meist nur noch südlich der Elbe gesprochen.



Ihr Faible für Platt hat Ingrid Schröder während des Germanistik-Studiums entdeckt. "Dort gab es den Teilbereich Niederdeutsch. Ich war überrascht, dass sich meine Alltagssprache mit Wissenschaft verbinden ließ", so die Germanistin, die aus der Nähe von Bremen stammt. Sie wurde Professorin in Greifswald, wo sie mit Studenten Kinderbücher ins Plattdeutsche übersetzte und in Kitas verteilen ließ. Seit 2002 ist sie an der Uni Hamburg. Derzeit erforscht sie auch, welche Rolle das Niederdeutsche im Zentrum und am Rand der Stadt spielt.



Vielleicht tummeln sich ihre Studenten am Wochenende im Lichtwarksaal (Neanderstraße 22). Dort findet am Sonnabend und Sonntag die Plattdeutsche Buchmesse statt. Sie ist von 11 bis 18 Uhr geöffnet und stellt neue und ältere Bücher auf Platt vor.



Katharina Hilpert (23): "Aus Interesse hab ich mir mal ein Buch mit plattdeutschen Gedichten ausgeliehen. Der Bibliothekar war überrascht, da nicht oft danach gefragt wird. Er sagte, dass man das auch studieren kann - jetzt ist es mein Nebenfach"



Johan Dehoust (21): "Ich war Zivi in einem Seniorenzentrum in Bergedorf, da wurde viel Platt gesprochen. Verstehen kann ich eigentlich alles, selber sprechen aber nicht. Ich finde es sehr interessant, wie sich unsere Sprache entwickelt hat - wie sich die Wörter verändert haben und warum wir sprechen, wie wir sprechen"



Ulrike Schulz (27): "Meine Oma spricht Mecklenburger Platt, da kommen wir ursprünglich her. Ich habe mich in Phonetik erst mit den Lauten beschäftigt und bin so zu diesem Seminar gekommen"

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