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MISTER X KLÄRT AUF

Wer stoppt die Abo-Mafia?

E in großer Erfolg für Mister X: Die "Agentur für Testpersonen" - sie gibt auf. "Im elften Stock lauert Gefahr", so hatte die MOPO vor zwei Wochen getitelt. Vom 15. November an ist die Gefahr vorbei. Jens T., Drahtzieher der bundesweiten Abzock-Masche, will den Laden schließen. Und zwar nicht nur die Filiale in Hamburg, sondern auch die Büros in München, Berlin und Hannover. Das erfuhr die MOPO von einem führenden Mitarbeiter, der ausgepackt hat.



Zur Erinnerung: Über Annoncen in der Tagespresse hatte die Agentur damit geworben, sie suche Personen, die sich der Industrie als so genannte "Warentester" zur Verfügung stellen - gegen gutes Honorar, versteht sich. Zusätzlich dürften die künftigen Testpersonen die Produkte - bis hin zu Digitalkameras und Fernsehern - sogar behalten. Einzige Bedingung, um an den Job zu kommen: ein 24-monatiges Zeitschriften-Abo kaufen. Hunderte gingen darauf ein - doch auf Testaufträge warteten etliche (wenn nicht gar alle) vergeblich.



Dass sich die "Agentur für Testpersonen" jetzt auflöst, heißt aber noch lange nicht, dass die Zeitschriftendrücker ihre Masche aufgeben. Sie variieren sie lediglich. Diese Erfahrung musste die Hamburgerin Julia Gottwald (26) machen. Sie meldete sich auf eine Zeitungsannonce, in der es hieß, dass eine Agentur Hunde und Katzen für Werbeaufnahmen suche. "Noch am gleichen Tag kam ein Mann zu mir nach Hause, fotografierte mit einer Digitalkamera meine Lea und versprach mir, dass ich im Laufe von zwei Jahren mindestens vier Aufträge erhalten werde. Mindesthonorar pro Job: 150 Euro." Die Bedingung, die die Agentur daran knüpfte: wieder ein Abo! Julia Gottwald: "Erst dachte ich, dass sich das ja rechnet angesichts solch hoher Honorare."



Auf den Gedanken, dass sie es mit Gaunern zu tun hat, kam Julia Gottwald Gott sei dank gerade noch rechtzeitig. Sie ließ sich zwar auf den Kauf eines Abos ein. Aber bald witterte sie, dass irgendwas nicht stimmen kann. Hatte ihr Besucher nicht damit angegeben, dass seine Agentur mit bekannten Firmen wie Pedigree Pal zusammenarbeite? Julia Gottwald rief dort an und fragte nach. Als sie zur Antwort bekam, man habe noch nie von dieser Tieragentur gehört, nutzte sie ihr 14-tägiges Widerspruchsrecht und trat vom Vertrag zurück.



Mister X will die Bosse der Agentur "Tierische Werbung" zur Rede stellen. Doch als Mister X Sebastian F. (Name geändert) in seinem Büro in Horn besucht, kommt es zu keinem Gespräch. Vielmehr bricht der schwergewichtige Mann in Gebrüll aus: "Idiot!", schreit er immer wieder. "Ich werde nichts dazu sagen. Verlassen Sie das Grundstück!" Schließlich im bayerischen Dialekt: "Hoast mi", was so viel wie "Hast du mich verstanden?" heißt.



Sebastian F. ist übrigens einer der berüchtigsten Hamburger Zeitschriften-Drücker-Bosse. Wen überrascht es? Er arbeitet für den gleichen Münchner Pressevertrieb, der auch schon mit der "Agentur für Testpersonen" gemeinsame Sache gemacht hatte.



Julia Gottwald mit ihrer Lea. Die 26-jährige Hamburgerin fiel auf den Trick zunächst rein. Aber gerade noch rechtzeitig bemerkte sie, dass hinter der Tieragentur Zeitschriftendrücker stecken

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Datum:  14.11.2005
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Thomas Hirschbiegel

Aufschriften auf Firmenwagen sind immer wieder ein ergötzliches Thema. Jetzt stand ich am Eimsbütteler Markt hinter einem Transporter, auf dem stand: „Vor Ihnen fahren die Maler mit Freude am Beruf.“