Die Menge an Stars, die auf dem Weg ins Stadion von einer Harley-Davidson-Motorradgruppe (auch dabei: St. Paulis Stadionchef Wolfgang Helbing) zum Millerntor eskortiert wurde, war unerschöpflich. Der älteste unter ihnen: Horst Eckel. Der 78-jährige Weltmeister von 1954 ist immer noch fit wie ein Turnschuh, "auch wenn ich gerade Knieprobleme habe. Mir fehlt ein bisschen Schmiere", meinte er schmunzelnd. Demnächst folge eine OP, "aber danach spiele ich wieder".
Zum ersten Mal dabei und nach langer Zeit wieder mal in Hamburg war Valdas Ivanauskas (43). "Die Stadt hat sich toll entwickelt, vor allem rund um den Hafen. Ich bin begeistert", entfuhr es dem ehemaligen HSV-Stürmer, der derzeit in Litauen Berater bei einem kleinen Klub ist. Anfang Oktober kommt er wieder an die Elbe, "und dann werde ich mir ein HSV-Spiel im Stadion anschauen". Am Sonntag aber erfreute er sich erst einmal am Wiedersehen mit den alten Kumpels Rodolfo Cardoso, Richie Golz, Stig Töfting – und Hermann Rieger.
Der Ex-HSV-Kultmasseur scheint seine Lungenkrebs-Erkrankung überwunden zu haben. "Ich habe nie geraucht, nie getrunken und bin trotzdem krank geworden", erzählte er. Doch der 68-Jährige schaut längst wieder optimistisch in die Zukunft: "In zwei Jahren, zu meinem 70. Geburtstag, wird es in meiner Heimat Mittenwald eine Hermann-Rieger-Ausstellung geben."
Ebenfalls seinen Einstand bei der Veranstaltung gab Jimmy Hartwig. "Das ist meine Welt hier", freute er sich. "Ich bin sehr gerne hierher gekommen. Für den HSV hätte ich das aber nicht gemacht." Scheint also immer noch Probleme zwischen dem 55-Jährigen und seinem Ex-Verein zu geben. Hartwig sucht übrigens weiterhin das Rampenlicht, allerdings in einer ganz anderen Welt: Als Theaterschauspieler gibt er derzeit den Othello in Nürnberg. "Ich wurde schon als bestes Nachwuchstalent ausgezeichnet", erzählte er stolz.
Das Spiel schien nach Toren von Michel Mazingu-Dinzey (4.) und Martin Driller (5.) früh entschieden, doch Ailton (20.) und Maurizio Gaudino (60.) glichen für die "Gäste" aus. Sergej Barbarez markierte schließlich den 3:2-Siegtreffer (65.). Viel wichtiger jedoch: Sämtliche Einnahmen kommen der Jugendinitiative NestWerk (organisiert unter anderem Straßenturniere und Musikprojekte) von Organisator Reinhold Beckmann zugute.