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MASSENPHÄNOMEN JOBFRUST

Der nächste Chef ist auch nicht besser

Verdienen Sie zu wenig? Zollt Ihnen der Chef zu wenig Anerkennung? Läuft jeder Tag irgendwie nach demselben Muster ab? Dann stehen Sie nicht allein da: Denn Jobfrust ist ein Massenphänomen. Rund 85 Prozent der Deutschen sind unglücklich in ihrem Beruf - und wollen einen neuen. Doch Unzufriedenheit im Job hat nichts mit dem Chef oder den Kollegen zu tun, sondern mit der eigenen Einstellung. Das zumindest behaupten die Autoren Volker Kitz und Manuel Tusch in ihrem Buch "Das Frustjobkillerbuch". Ihr Fazit: Dein Job ist gut - denn anderswo ist es auch nicht besser.



Die Psychologen haben in ihren Recherchen Überraschendes herausgefunden: "Menschen mit unterschiedlichen Tätigkeiten und Hierarchieebenen nennen im Prinzip alle die gleichen Gründe für Unzufriedenheit", so Kitz. Und diese Probleme lauten sowohl bei Bäckerlehrlingen als auch bei Führungskräften im Wesentlichen: "Ich verdiene zu wenig Geld", "Der Chef weiß meine Arbeit nicht zu schätzen", und: "Jeder Tag ist gleich". Es sind also überall die gleichen Dinge, die uns stören - und deshalb ändert ein Jobwechsel gar nichts. "Selbst Menschen in den Vorstandsetagen beklagen, sie könnten nichts entscheiden und seien unterbezahlt", sagt Kitz. Was uns so unzufrieden mache, sei, dass wir vom Job alles erwarteten - und uns permanent mit anderen verglichen. Es gibt schließlich immer jemanden, der es besser hat.



Doch wenn eine Kündigung nichts nützt - was kann man dann gegen den täglichen Jobfrust tun? Der Autor rät dazu, zunächst einmal einzusehen, "dass die Suche nach dem perfekten Job Zeitverschwendung ist". Denn den gebe es einfach nicht. Eine bessere Distanz zu den Dingen zu entwickeln sei genauso wichtig, wie den eigenen Selbstrespekt zu stärken. Denn zu erwarten, dass der Chef jede einzelne Handlung honoriere, sei in der Arbeitswelt einfach nicht realisierbar.



Doch wann sollte man dann tatsächlich über eine Kündigung nachdenken? Die Kunst bestehe darin, zwischen einem echten Einzelfallproblem und den allgemeinen Problemen der Arbeitswelt zu unterscheiden, so Kitz. "Wenn aus den ständigen - normalen - Reibereien mit Chef, Kollegen und Kunden handfestes Mobbing wird, ist es Zeit zu wechseln."

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Datum:  19.11.2008
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