Marcell Jansen gehört im fitten Zustand zu den Top-Leistungsträgern beim HSV. Mit drei Toren und zwei Vorlagen stellte der Nationalspieler dies zum Ende der Hinrunde eindrucksvoll unter Beweis. Seit seinem Comeback im November nach einer Kapselverletzung ist er aus der Startelf nicht mehr wegzudenken. Im Trainingslager in Belek tut der 24-Jährige nun alles dafür, dass sich daran auch in der Rückrunde nichts ändern wird.
"Die Türkei ist die beste Wahl für die Vorbereitung, Hier ist alles sensationell. Ich kann mich weiterentwickeln und muss keine Sachen nachholen, die ich zuvor verpasst habe", erzählt Jansen, der seinen Fitnesszustand als gut bezeichnet, aber noch lange nicht zufrieden ist. "Ich würde zwar sagen, dass ich im Moment bei 100 Prozent bin, aber man kann sich immer noch verbessern", meint er. Von seiner Mannschaft ist er überzeugt. Meckern oder Jammern über zu wenig Spieler kommt für ihn nicht infrage. "Wir haben ein großes Potenzial und in der Hinrunde wieder viel gelernt. Die Mannschaft zeigt einen guten Charakter und eine gute Entwicklung. Die Stimmung ist immer positiv."
Jansen selbst hat einen großen Anteil daran. Mit negativen Gedanken verschwendet er keine Energie. Kritikern, die sagen, dass der HSV immer die besten Spieler abgibt, entgegnet er: "Man muss auch mal gucken, was danach passiert ist. Ich denke nicht, dass wir uns in den letzten Jahren verschlechtert haben. Der HSV ist ein gestandener Verein." Für Jansen ist es nach Stationen in Mönchengladbach und Bayern sogar ein richtiger Traumverein geworden. "Der HSV ist das Beste, was mir passieren konnte. Ich habe das Gefühl, dass ich angekommen bin. In Hamburg passt für mich alles", lautet seine ganz persönliche Liebeserklärung.
Die Rückrunde mit dem HSV und die Weltmeisterschaft mit Deutschland in Südafrika stehen jetzt erst mal in seinem Fokus. "Ich zweifle nie an mir und freue mich auf das nächste halbe Jahr", erzählt Jansen, dessen Vertrag noch bis 2013 läuft.
Bleibt er gesund, wird man in der Hansestadt weiterhin genauso viel Freude an ihm haben wie zuletzt - und vielleicht geht auch sein größter Wunsch für den 12. Mai in Erfüllung: "Ich hoffe, dass ich dann entweder noch betrunken von der Meisterschaftsfeier bin oder noch zu einem Spiel antreten darf." Es wäre das Europa-League-Finale in Hamburg.