Er ist "die Hand Gottes". Seit seinem WM-Tor im Spiel gegen England 1986 begleitet Diego Armando Maradona dieser Name. Sein Leben ist schillernd und schaurig zugleich. Auf glanzvolle Zeiten als Fußballer folgten Drogenexzesse und die anschließende Rehabilitation des Körpers und der Person.
Mit 40 Jahren schrieb Maradona seine Biografie "El Diego". Ein Dasein, das einem Drama gleicht. Dachte sich auch der Hamburger Regisseur Branko Simic. "Maradonas Biografie ist wie ein Hamlet-Drama", stellte Simic fest. Jetzt bringt er die Geschichte Maradonas auf die Bühne aus Gras - ins Millerntor. "El Diego. Material Maradona" gibt es in der Form nur einmal zu sehen.
Bilder von den ersten Dribblings, unnachahmliche Tore, Paradeflanken und glanzvolle Auftritte des Diego Armando Maradona werden am Sonntag über die Leinwand flimmern. "Wie Maradona mit dem Ball umgeht, ist einmalig. Das ist ein Kunstwerk", so Simic.
Wie bei den Open-Air-Aufführungen des 3001 Kinos, das Simic bei der Umsetzung seiner szenischen Hommage unterstützt, steht die Leinwand auf dem Rasen. Die Zuschauer sitzen unter der überdachten Tribüne, gespielt wird also auch bei Regen. Vor der Leinwand wird Schauspieler Jörg Kleemann sitzen. Er liest passend zu den Szenen aus der Biografie "El Diego".
Der 32-Jährige bezeichnet sich als "extremen Fußballfan". Die wenig darstellende Rolle im Maradona-Stück war ihm einiges wert. "Simic hat mich damit für ein anderes Theaterstück geködert, zu dem ich anfangs wenig Lust hatte", so Kleemann.
Ausgeschlossen werden die unschönen Momente im Leben Maradonas. "Nach dem Karrierende hört mein Stück auf. Ich wollte die Eskapaden nicht thematisieren", so Simic. Nach dem einmaligen Auftritt am Millerntor pilgern die beiden in den nächsten Wochen mit der Maradona-Hommage durch Hamburg. Auftritte bei "Balleluja" in der St. Pauli Kirche und bei der Abseits-WM sowie eine Tour durch Einkaufszentren sind geplant. "Ein skuriler Ort, aber Maradona ist auch für Nichtfußballfans ein Begriff", so Simic.