Er sah das Blut auf seinem Shirt, dachte aber, es sei von dem Angreifer. Dass er selber schwer verletzt war - das spürte Roman R. (26) nicht. Seine einzige Sorge galt seinem Freund, der bewusstlos auf dem Gehweg lag. Der Azubi, dem ein Unbekannter vor zwei Wochen auf dem Kiez ein Messer ins Herz gerammt hatte, spricht in der MOPO am Sonntag erstmals über die Tat und seine Ängste.
Gemeinsam mit seinem Bruder und zwei Freunden war der 26-Jährige, der im Hamburger Osten lebt, auf der Reeperbahn unterwegs. Auf dem Weg zum Hans-Albers-Platz kam es vor dem "Pulverfass" zu dem Streit. "Einer meiner Freunde hatte im Gedränge einen Mann angerempelt. Aber das war doch nur aus Versehen", sagt das Opfer fassungslos. Sofort pöbelten der Mann und seine Freunde herum. Sie schubsten die Opfer, schlugen zu. "Während der Schlägerei hat der Täter mehrfach mit einem Messer zugestochen. Das habe ich aber nicht gemerkt", sagt Roman R. Erst als die Gangster geflüchtet waren und Passanten dem Azubi seine Verletzungen zeigten, realisierte er, was passiert war. Dass er schwer, sogar lebensgefährlich verletzt sein könnte, daran dachte der junge Mann nicht.
Erst im Krankenhaus erfuhr er von den Ärzten, dass er einen einen Zentimeter tiefen Herzstich erlitten hat. Drei Tage lang schwebte Roman R. in Lebensgefahr, weil sich zwischen Herzbeutel und Herz Flüssigkeit gesammelt hatte. Diese ging jedoch von selbst wieder zurück. "Ich konnte das gar nicht fassen. Im Nachhinein denke ich, wenn man so nah am Abgrund stand, lernt man das Leben mehr zu schätzen."
Dass er Opfer einer Gang wurde, die offenbar den Ärger nur gesucht hat, macht Roman R. wütend. "Allein mit einem Messer bewaffnet auf den Kiez zu gehen ist für mich unbegreiflich." Der Messerstecher gehört seiner Ansicht nach weggesperrt.
Mittlerweile ist das Opfer wieder zu Hause. Der Azubi spürt häufig Brust-Stiche und kann sich nur langsam bewegen. "Ich stoße schnell an meine Grenzen. Schon das Treppensteigen macht große Probleme." Noch mehr jedoch macht dem jungen Mann die Angst vor Rache zu schaffen. Er befürchtet, dass die Täter ihn suchen könnten, um ihm etwas anzutun. Hinzu kommt auch die Sorge um seine Gesundheit. Denn noch nach Jahren kann es zu Herz-Rhythmus-Störungen und Herzinfarkten kommen.
Unterdessen haben sich alle vier Täter bei der Polizei gestellt. Sie geben zu, die Männer auf den Bildern der Überwachungskameras zu sein, schweigen ansonsten aber. Weil kein dringender Tatverdacht besteht, mussten sie wieder laufen gelassen werden. Die Ermittler sind sich dennoch sicher, die Täter anhand von Spuren überführen zu können.
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?