Nur 1:1 (1:0) beim Karnevalsverein in Mainz. Schon wieder ein Gegentor in den letzten zehn Minuten. Der HSV wartet jetzt schon seit sechs Ligaspielen auf einen Sieg. „Das ist schade. Wir waren mal wieder nicht konsequent genug und haben es auch nicht geschafft, dass Ergebnis über die Zeit zubringen“; resümierte Coach Bruno Labbadia.
Der HSV seit acht Wochen ohne Sieg. Nach zuletzt drei Unentschieden zwei Pleiten und nur drei Punkten muss ausgerechnet bei dem bislang Zuhause ungeschlagenen Aufsteiger aus Mainz ein Sieg her. Der HSV will die Wende. Labbadia setzt auf Veränderung. Boateng darf für den verletzten Zé Roberto vor der Abwehr abräumen, Tesche bleibt auf der Bank. Das Gleiche gilt für 10-Millionen-Mann Marcus Berg. Torun und Elia dürfen im Sturm ran. Mit Vollgas geht es im mit 20300 Zuschauern komplett gefüllten Stadion am Bruchweg los. Nach drei Minuten der erste Aufreger Bancé kommt frei zum Schuss, trifft aber nur den Pfosten. Ein echter Wachmacher mit großer Wirkung. Torun und Elia spielen Doppelpass. Torun ist alleine durch und vollstreckt zum 1:0 (4.). Sen erstes Bundsligator im neunten Einsatz für den HSV. „Ein wunderschönes Gefühl. Mein Vater wird stolz auf mich sein“, freut sich der 19-Jährige hinterher.
Für den HSV ist der Traumstart perfekt, doch der nächste Rückschlag lässt nicht lange auf sich warten. Noveski grätscht Elia bei einem Konter übel um. Elia muss verletzt vom Platz (16.). Der HSV steht unter Schock, setzt nur noch auf Konter. Mehr als Halbchancen durch Torun (21.) und den für Elia eingewechselten Berg (33.) springen dabei nicht heraus. Auf der anderen Seite muss Rost gegen Bancé klären. In der Halbzeitpause ist erstmal Durchpusten angesagt.
Das Bild auf dem Platz ändert sich nach dem Wechsel nicht. Mainz drückt weiter und schmeißt mehr und mehr alles nach vorne. Der HSV verteidigt mit Mann und Maus, nimmt den Fight an. Schürrle (70.) verzieht knapp. Rozehnal (79.) prüft ungewollt Rost, der ein Minute später auch gegen Noveski auf der Linie klärt. Die Abwehr hält und wird doch noch geschlagen. Schiri Gräfe leitet das Unheil ein und schenkt Mainz eine Ecke. Rozehnal versucht den Ball mit der Hacke vor der Torlinie zu klären und spielt die Kugel genau in die Füße von Hoogland. Das 1:1 sechs Minuten vor Schluss. Mainz jubelt und der HSV hat sich mal wieder selbst geschlagen.