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Luftverkehr: Fluglotsen drängen Arbeitgeber zur Einleitung der Schlichtung

Frankfurt/Main - Im Tarifkonflikt der Fluglotsen drängt die Gewerkschaft die Arbeitgeber zur formalen Einleitung der Schlichtung. Sollte dieser Schritt nicht erfolgen, werde innerhalb von 72 Stunden gestreikt, sagte der Sprecher der Gewerkschaft der Flugsicherung, Marek Kluzniak, der dpa.

Die Flugsicherung betonte, bei einer konkreten Ankündigung von Streiks werde umgehend die formale Schlichtung eingeleitet. Deshalb werde es in den nächsten zwei Wochen definitiv keine Streiks geben, sagte Sprecher Axel Raab. Bei einer Schlichtung herrscht Friedenspflicht. Als Schlichterin ist weiterhin die frühere Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) im Gespräch.

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hatte am Freitag die Einleitung der Schlichtung angekündigt. Die formalen Schritte seien aber noch nicht eingeleitet worden, weil noch immer auf die Wiederaufnahme von Verhandlungen gehofft werde, sagte Raab. Die Gewerkschaft lehnte dies aber bereits am Freitag ab.

Zwar liegt die prozentuale Forderung der Gewerkschaft nach vier Prozent mehr Gehalt nicht weit vom Angebot der Arbeitgeber über drei Prozent Gehaltssteigerung plus Einmalzahlung entfernt. Zu der Kernforderung der Gewerkschaft nach einer neuen Struktur der Vergütung hatten die Arbeitgeber aber noch kein Angebot vorgelegt. Mit der neuen Struktur will die Gewerkschaft unter anderem verhindern, dass die Gehälter bei einer Privatisierung der bundeseigenen Flugsicherung gekürzt werden können.

Die Tarifverhandlungen waren bereits im November für gescheitert erklärt worden. Daraufhin gab es heftige Auseinandersetzungen zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaft über die Frage, ob die Lotsen überhaupt für ihre Forderungen streiken dürften. Die Gewerkschaft hatte ihren Forderungskatalog dann reduziert, so dass ein Streik auch nach Auffassung der Arbeitgeber zulässig wäre. Bei einer Schlichtung würde allerdings erneut eine Friedenspflicht für 14 Tage eintreten, so dass Streiks erst später möglich wären. Fluglotsen müssen einen Streik 24 Stunden vorab ankündigen.

Bei der Deutschen Flugsicherung arbeiten rund 5300 Menschen, ein Drittel davon sind Fluglotsen. Ein Streik der Lotsen hätte massive Auswirkungen auf den Luftverkehr in Europa und könnte hunderttausende Reisende zur Änderung ihrer Pläne zwingen. Für die Fluggesellschaften könnte durch einen Streik ein Millionenschaden entstehen. Anfang der 70er Jahren waren durch einen Bummelstreik der Lotsen zehntausende Flüge ausgefallen.

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