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Die miesen Tricks der Billig-Flieger

Für Michael O'Leary ist selbst das stille Örtchen eine wahre Goldmine. Er wolle künftig Geld für die Benutzung der Bordtoilette verlangen, kündigte der Chef der Fluggesellschaft "Ryanair" neulich an - und trat damit eine Lawine der Entrüstung los. Zwar ist der irische Unternehmer in Sachen Klo inzwischen eilig zurückgerudert, doch sein Vorschlag bleibt sinnbildlich für die gesamte Branche. Denn Billigflieger werben zwar mit Tiefstpreisen, versuchen die Kunden aber mit vielen kleinen Gebühren zu schröpfen.



Wie mies die Maschen von EasyJet & Co. wirklich sind, deckt jetzt eine Untersuchung der Stiftung Warentest auf. "Keine Airline fliegt billig, transparent und fair", lautet das vernichtende Urteil der Experten. In den Geschäftsbedingungen aller zehn untersuchten Anbieter fanden die Tester Klauseln, die den Fluggast teilweise drastisch benachteiligen.



Und auch die vermeintlichen Kampfpreise der Billigflieger sind mit äußerster Vorsicht zu genießen. Ryanair und EasyJet boten von allen getesteten Unternehmen zwar die günstigsten Preise für die Testflüge nach Barcelona, London, Paris, Rom, Wien oder Mallorca. Dafür hantieren sie aber mit allerlei Zuschlägen und versteckten Kosten, die den wahren Flugpreis verschleiern.



Die Kunden müssen deshalb von Anfang an nach Tricks der Anbieter Ausschau halten. Bei der Buchung im Internet sind eher unnütze Extras wie eine "Gebühr für bevorzugtes Einsteigen" schon vorausgewählt und müssen vom Fluggast eigens deaktiviert werden. Vor allem Germanwings, Condor, Ryanair und EasyJet jubeln den Fluggästen auf diese Weise weitere Kosten unter. Folgerichtig erteilte die Stiftung Warentest ihnen bei der Information und Buchung nur ein "ausreichend".



Wer mehr Transparenz als bei diesen Anbietern will, muss auch deutlich tiefer in die Tasche greifen. Denn Fluggesellschaften wie Air Berlin, British Airways und die Lufthansa punkteten im Test mit einer übersichtlichen und fairen Buchung - mit 243 bis 265 Euro für Hin- und Rückflug sind ihre Flüge allerdings deutlich teurer als etwa bei Ryanair. Tuifly bietet als einziger Anbieter eine Mischung aus moderaten Preisen (im Schnitt 214 Euro) und Fairness bei der Buchung.

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Datum:  2.3.2009
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