Ja, er würde es noch mal machen, links hinten in der Viererkette spielen, wenn der Trainer ihm diese Aufgabe auch am Sonntag gegen Union Berlin aufgrund der Rotsperre von Florian Lechner übertrüge. Begeisterung klingt nicht durch.
Es wird wohl nicht dazu kommen. Allein die Tatsache, dass Trainer Holger Stanislawski diese Variante in Betracht zieht, zeigt eindrucksvoll, wo St. Paulis Problemzone ist. Links hinten. Dort geht es seit Jahren nicht voran. Keine klare Nummer eins, kein klarer Back-up. Ein Dilemma, das auch unter den Spielern ein Thema ist.
Auf einer Position, auf der personelle Konstanz ebenso nötig wie üblich ist, hat bei den Kiezkickern Rotation Tradition. Traurig aber wahr: Seit dem Aufstieg 2007 sind neun Spieler auf der linken Abwehrseite zum Einsatz gekommen. Ian Joy, Ralph Gunesch, Pavlo Ianchuk, Benjamin Weigelt, Andreas Biermann, Jan-Philipp Kalla, Florian Lechner, Davidson Drobo-Ampem - und in Augsburg, für 55 Minuten, Kruse. Einige spielten häufiger, machten ihre Sache ordentlich und manchmal auch gut, andere weniger und landeten wieder auf der Bank.
"Keiner hat sich richtig durchgesetzt und etabliert", räumt Sportchef Helmut Schulte ein. Trotz guter Ansätze gebe es ein "beständiges Abwechseln".
Die Suche nach "Mr. Right" erinnert zeitweilig an eine Castingshow. Und auch bei "St. Pauli sucht den Linksverteidiger", kurz SPSDL, war der Gewinner oft schnell wieder weg vom Fenster. Natürlich lag das auch an Verletzungen oder Sperren. Unter dem Strich aber bleibt: Es fehlt ein unumstrittener Linksverteidiger.
Eine solche Baustelle kann und will sich St. Pauli nicht länger leisten. Auch wenn Schulte abwiegelt ("Wir treten unsere Überlegungen nicht in der Öffentlichkeit breit"). Fakt ist: Die Kiezkicker suchen für die kommende Saison einen Linksverteidiger. Alles andere wäre - Stanis Improvisationstalent in allen Ehren - fahrlässig.
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?