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LBK-RÜCKKEHRER

Nun werden sie zu Raucher-Polizisten

Seit Januar ist Rauchen fast überall in Hamburg verboten - doch wie der MOPO-Test in der gestrigen Ausgabe ergab, kann an vielen Orten noch munter gepafft werden. Überprüft haben die zuständigen Lebensmittelkontrolleure der Bezirke das Zigarettenverbot bislang kaum. Doch das wird sich ändern. Künftig soll es gezielte Kontrollen geben - mit Hilfe von LBK-Rückkehrern.



Rauchverbot? Egal! Auch mehr als drei Monate nach Einführung des sogenannten Passivraucherschutzgesetzes glimmen mancherorts noch Zigaretten. In den ersten zwei Monaten gab es für uneinsichtige Wirte und Raucher noch keine Strafe. Erst seit 1. März gibt es Knöllchen. Viele wurden bislang allerdings noch nicht verteilt.



Ein Grund dafür ist fehlendes Personal. Bislang erledigten die Lebensmittelkontrolleure die Rauchbeschwerden quasi nebenbei. Überprüft wurden nur die Kneipen und Restaurants, über die sich jemand beklagt hatte. Kontrollen auf eigene Faust gab es nicht, viele Rauch-Rebellen blieben bislang unentdeckt. Aber nicht mehr lange.



"Ab Ende Mai oder Anfang Juni wird es auch gezielte Kontrollen geben", sagt Rainer Doleschall, Sprecher des für das Rauchverbot federführenden Bezirks Altona. Denn dann gibt es zusätzliches Personal. Pro Bezirk werden ein bis drei ehemalige Angestellte der städtischen Krankenhäuser (LBK) die Lebensmittelkontrolleure unterstützen. Sie sollen bei stichpunktartigen Kontrollen helfen.



Bislang ist die Anzahl der Sanktionen überschaubar. Beispiel Bezirk Nord: Fünf Zwangsgeldbescheide á 500 Euro wurden bislang verschickt. 67 Beschwerden über Kneipenrauch hat es dort seit Beginn des Jahres gegeben. Beispiel Mitte: In dem kneipenreichsten Bezirk war es bislang nur ein Knöllchen, eine Billstedter Eisdiele muss 250 Euro zahlen. 29 Betriebe stehen kurz davor - ihnen sind bereits Abmahnungen ins Haus geflattert. 157 Beschwerden liefen auf. In Eimsbüttel gab es bislang gar keine Strafen.



Nach wie vor ist das Rauchverbot ein heißes Eisen, bei der MOPO gingen nach dem gestrigen Bericht unzählige Leserbriefe ein (siehe Seite 17). Dabei nimmt die Zahl der Raucher seit Jahrzehnten rapide ab. Heute greifen nur noch 29 Prozent der Deutschen regelmäßig zur Zigarette - im Jahr 1950 waren es noch 51 Prozent. Besonders Männer greifen weniger zur Fluppe. Qualmten in den 50er Jahren noch stolze 88 Prozent, sind es heute nur noch 35 Prozent. Die Anzahl der rauchenden Frauen hat sich dagegen erhöht - von 21 auf 24 Prozent.

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Datum:  8.4.2008
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