MOPONews
News

LANDESBETRIEB WIRD GESCHLOSSEN

Schlechte Aussichten für Schulabbrecher

Sie haben keine Zukunft. Keine Chance auf ein normales Leben. Immer mehr Jugendliche in Hamburg verlassen die Schule ohne oder nur mit einem schlechten Abschluss - weil sie ein kaputtes Elternhaus haben, an die falschen Freunde gerieten, Drogen nahmen oder im Gefängnis landeten. Sie sind jung und ihre Existenzen schon zerstört. Seit 25 Jahren kümmert sich der Landesbetrieb Erziehung und Berufsbildung (LEB) um diese Jugendlichen und hilft ihnen, doch noch auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Jetzt hat der Senat die Schließung des Teilbereichs "Berufliche Bildung" beschlossen. Rund 400 Jungen und Mädchen sind betroffen.



Andrea Rodewald (24) hat es nicht leicht gehabt im Leben. Als sie 15 war, ließen ihre Eltern sich scheiden. Sie selbst hat das schwer getroffen, sie wurde krank, schaffte nur knapp die Hauptschule. Abschlussnote 4. "Mit so einem Zeugnis nimmt dich keiner", sagt Rodewald. Vier Jahre lang habe sie versucht, einen Ausbildungsplatz in ihrem Traumberuf Tischlerin zu bekommen. Sie bewarb sich bei allen Tischlereien Hamburgs, bekam nur Absagen. Rodewald: "Auf dem freien Markt wollen sie heute doch nur noch Abiturienten oder wenigstens Realschulabsolventen."



Doch Rodewald hatte Glück. Als sie von der überbetrieblichen Ausbildung des LEB erfuhr, bewarb sie sich und wurde genommen. Im Juli wird sie dort ihre Ausbildung beenden - wie es aussieht, mit "gut". "Viele von uns hier haben persönliche Probleme", sagt Rodewald. "Aber wir bekommen Unterstützung. Es gibt Sozialpädagogen und Nachhilfe. Ohne würden wir es nicht schaffen."



Genau das nimmt der Senat nun aber in Kauf. Trotz einer Besteherquote von 81 Prozent werden die LEB-Einrichtungen in Bergedorf, Langenhorn, Wilhelmsburg und Altona zum 31. Juli 2010 bzw. in einem zweiten Schritt zum 31. Juli 2011 geschlossen. Die Maßnahmen sollen von freien Trägern fortgeführt werden, weil das 15 Prozent billiger ist. Aber: Wie eine Senatsanfrage der SPD-Abgeordneten Britta Ernst ergab, sind die Abbrecherquoten dort auch viel höher - sie liegen zwischen 30 und 76 Prozent! Beim personell und finanziell deutlich besser ausgestatteten LEB dagegen brechen nur 17 Prozent der Azubis ab. Die allermeisten schaffen es und finden wegen des engen Verbunds des LEB zur freien Wirtschaft anschließend einen Job.



"Ich finde es skandalös, dass so eine erfolgreiche Maßnahme eingestampft wird und ausgerechnet diesen benachteiligten Jugendlichen ihre Chance genommen wird", sagt Britta Ernst. "Manchmal sind teure Maßnahmen eben auch bessere Maßnahmen."



LEB-Abteilungsleiter Horst Tietjens, der als offizieller Vertreter der Behörden spricht, betont dagegen: "Die Ausbildungsleistung bleibt bei den freien Trägern die gleiche. Jeder derzeit beschäftigte Jugendliche wird seine Ausbildung beenden können. Die 70 LEB-Mitarbeiter kommen in neuen Funktionen unter."

Weitere Meldungen News

Vor einer Kamera hat Isabell Horn (Pia Koch aus GZSZ), keine Scheu. Doch so erotisch wie bei den Aufnahmen für die FHM zeigte sie sich noch nie.  mehr...

Was haben die Münsteraner Kommissare Thiel (l.) und Liefers herausgefunden? Bald könnte es ihre Ermittlungsakten aufs Handy geben.

Fans der Krimiserie könnten während der Ausstrahlung bald Ermittlungsakten aufs Smartphone bekommen. Die ARD denkt über solche Projekte nach, um Zuschauer stärker in den „Tatort“ einzubeziehen.  mehr...

Der sechsjährige Etan Patz war 1979 in einer gefährlichen Gegend von New York auf dem Weg zu seinem Schulbus verschwunden.

Auf der Suche nach einem seit 33 Jahren vermissten Jungen in den USA sind die Ermittler offenbar auf neue Hinweise gestoßen.  mehr...

Datum:  10.5.2010
Empfehlen: E-Mail
Kontakt: Redaktion
Artikel: Drucken
Typisch Frau

Der Mai ist da, die Leute heiraten. So mit Mitte zwanzig kriegt die Frau die ersten „Hurra, wir trauen uns“-Einladungen.