Die Modedroge "Spice" ist in aller Munde: Sie soll wie Marihuana wirken, ist aber legal - und derzeit in ganz Hamburg ausverkauft (MOPO berichtete). Der Schüler David (18, Name geändert) aus Iserbrook hat sie ausprobiert. Und einen fiesen Horrortrip erlebt.
Alles begann mit entgleisenden Gesichtszügen. "Das ganze Gesicht hing irgendwie, ich bekam Augenringe und die Mundwinkel zog es nach unten", beschreibt er die Wirkung, nachdem er mit Freunden ein paar Züge von dem Kraut (sechs Gramm für 50 Euro) genommen hatte. Dann wurde es "fatal", wie David sagt: "Plötzlich fiel ich vom Bett auf den Boden und konnte mich nicht mehr bewegen. Ich habe es nicht mal geschafft, meinen Arm zu heben." Der völlige Kraftentzug war besonders unangenehm angesichts seines Gefühls, nahe am Ersticken zu sein. "Ich bekam kaum Luft, hatte das Gefühl, nur noch Rauch einzuatmen."
Ein Freund öffnete schließlich das Fenster - und schickte David damit in die nächste Krise: "Plötzlich dachte ich, ich erfriere. Die kalte Luft ließ meine Lunge zu einem Eisklotz werden."
Dabei hatten andere Konsumenten doch immer berichtet, man fühle sich so leicht nach dem Genuss der "nicht zum Verzehr" geeigneten Kräutermischung.
Diese Leichtigkeit kam nach einigen Minuten elementarer Schlappheit dann auch: Ein Kraftschub fuhr auf einmal durch seinen Körper, er sprang auf. "Ich wurde richtig aggressiv. Wir hatten plötzlich Lust, miteinander zu kämpfen." Nur: Nach einigen freundschaftlichen Hieben und Tritten "lag ich von einer Sekunde auf die andere wieder auf dem Boden und nichts ging mehr". Dazu kamen Schweißausbrüche. Das Ganze endete nach einer guten Stunde. Der Kopf war wieder klar, aber David einfach nur noch müde. Sein Fazit: "Nie wieder. Die meisten rauchen das doch nur, weil sie meinen, das sei jetzt cool."