Wachheit ist an diesem Montagabend in der Fabrik gefragt - andernfalls hätte einen im Laufe der zwei Stunden wohl ganz langsam der Schlaf übermannt. Denn Songwriter-Ikone Rickie Lee Jones hat sich offenbar nicht nur der Entdeckung der Langsamkeit verschrieben, sondern auch die Klanggewänder ihrer Songs für ihre Werkschau aus drei Jahrzehnten völlig reduziert. Sanft wischt da der Besen des Schlagzeugers übers Becken, der Bassgitarrist streicht versonnen mit einem Bogen seine Saiten, und Mama Cool stimmt honigsüß weiche Vokalharmonien an. Langsam dämmern wir dahin ...
Allein die 20 Minuten, in denen die 55-Jährige von ihrer Gitarre an den Flügel wechselt, erinnern kurz an den Rausch, in den nicht nur ihre ausdrucksstarke Stimme das Publikum sonst zu versetzen mag.
Fazit: Nicht immer liegt in der Ruhe auch die Kraft. (ff)