Das Recht der ersten Nacht mit einer Braut stand Fürsten jahrhundertelang zu. Dass einer davon nicht mit Gewalt, sondern aus Liebe und durch Überredungskunst Gebrauch machen will, ist Thema in Lessings "Emilia Galotti". Doch der strenge Brautvater erdolcht lieber seine Tochter, als sie freiwillig einem Prinzen zu überlassen. Gekonnt angelegt, lässt sich das Drama von 1772 sicher ins 21. Jahrhundert und die Zeit der Ehrenmorde transportieren. Im Sprechwerk jedoch ging's schief: Viele Versprecher im anspruchsvollen Text, dröhnende Musik und peinliche Personen-Verwechsler, die ungeplant für enorme Erheiterung sorgten. Nur selten kam der zweieinhalbstündige Abend über Schülertheater-Niveau hinaus.
Fazit: Unfreiwillig komisch! (def)
MOPO-Bewertung: *