Warum muss Max' Kugel nur die Erbförstertochter Agathe treffen? Misstraut Regisseurin Rebekka Stanzel dem Happy End in Webers "Freischütz" so sehr? Egal, die zwei Stunden zuvor bereiten dafür so viel Vergnügen, dass man diesen Eingriff rasch vergisst. Wie auch die überzogene Figur des Max, dem Keith Boldt allzu autistische Außenseiterzüge gibt. Warum sollte Agathe (voll innig-lyrischem Sehnen: Nadja Klitzke) solch einen verstörten Jägerburschen lieben? Dafür fahren Pavel Bilek (Bühne) und Barbara Hass (Kostüme) in liebevollen Details alles auf, was die deutsche Romantik zu bieten haben. Und die Verlegung der Spielfläche mitten in den Raum ist ein schlicht genialer Schachzug: Die Geister erschrecken auch schon mal die Besucher, während Max und Kaspar (kraftvoll-hinterhältig: Ryszard Kalus) verhängnisvolle Bleikugeln gießen.
Fazit: Die kleine Sänger-Crew spielt voller Lust, und das Mini-Orchester entfaltet ein bildhaftes Klangspektrum. (ff)
MOPO-Wertung: ****
Allee-Theater: Bis 6.6., div. Uhrzeiten, 20-30 Euro
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?