Wer von euch hat denn schon mal einen Hund gesehen?", fragt Inga Benecke (41). "Ich!", rufen die zwölf Kinder lautstark und mit weit aufgerissenen Augen. Die Drei- bis Fünfjährigen der Kita im AK St. Georg sitzen hibbelig auf ihren Stühlen, als der Kindercoach kleine Hundekostüme auspackt. Der fünfjährige Mats springt eifrig nach vorne und schlüpft in dass winzige Fellkleid. "Und wer möchte unseren Hund jetzt mal streicheln?", fragt Inga Benecke in die Runde. Ein erster Probedurchgang für die Kinder - draußen im Garten warten schon zwei echte Hunde auf die Begegnung mit den Kita-Kindern.
"DoggyKids" heißt das Lernprojekt von Benecke, die Kindern den richtigen Umgang mit fremden Hunden vermitteln will. Der Hintergrund: 2007 gab es 37000 Minderjährige, die in Verkehrsunfälle verwickelt waren, aber gleichzeitig 50000 Zwischenfälle mit kläffenden Vierbeinern. "Kinder werden eigentlich nicht gezielt gebissen. In der Regel wird eine Provokation durch falsches Verhalten ausgelöst. Hunde sind halt keine Plüschtiere", sagt Inga Benecke.
Auf der Wiese vor der Kita hecheln Pudel-Rüde Fiete und Retriever-Dame Winnie. Mit jedem Kind wird eine Szene durchgespielt. "Darf ich Ihren Hund streicheln?", sagen die Kleinen, die lernen, dass man einen fremden Kläffer zunächst nur auf dem Rücken anfassen sollte. "Wenn ihr ihn gleich an der Pfote packt, dann mag er das nicht", sagt Benecke. Der Hunde-Knigge (www.doggykids.de) soll schon bald an mehreren Kitas angeboten werden. Die Kinder dürfen sich auf kaltschnäuzigen Besuch freuen.