Eine Rathausuhr mitten im Wohnzimmer? Das ist ungewöhnlich! Aber zurzeit mitten in Harburg zu sehen: In luftiger Höhe, auf einem Gerüst 20 Meter über dem Rathausplatz, hat Tatzu Nishi (49) jetzt sein neues Kunstobjekt zur Begehung freigegeben. Der in Japan geborene und in Berlin lebende Künstler hat die Installation realisiert.
Das Ergebnis verblüfft und überrascht: Nachdem der Besucher das klapprig anmutende Gerüst erklommen hat, betritt er ein gemütliches Wohnzimmer. Teppich, Couch, Sessel und Flokati - alles vorhanden! Auf diesen 16 Quadratmetern erscheint die große Uhr des Rathauses als beinahe gewöhnlicher Einrichtungsgegenstand.
Tatzu Nishis Installation spielt mit Maßstabsverschiebungen: Größenverhältnisse, Bedeutungsperspektiven, die Verhältnisse von innen und außen und öffentlich und privat - bei ihm ist alles anders. Seine Kunst wird so ganz real erlebbar.
In anderen Arbeiten ließ Nishi auch einen Wetterhahn zur Tischdekoration werden - und eine Straßenlaterne zum Kronleuchter!
Bis zum 1. November bleibt das "Wohnzimmer auf dem Baugerüst" vor dem Harburger Rathaus stehen und ist zu besichtigen. Es ist mit fünf anderen Projekten Teil der Aktion "10 Grad Kunst. Harburger Berge" zum zehnjährigen Bestehens des Harburger Kunstvereins.
Geöffnet sind die einzelnen Projekte Mittwoch bis Sonntag in der Zeit von 14 bis 18 Uhr. Jeden Sonntag finden ab 15 Uhr Stadtspaziergänge entlang der Kunstwerke statt. Startpunkt ist jeweils der Kunstverein Harburger Bahnhof an der Hannoverschen Straße.
BU:
20 Meter Gerüsttreppe müssen die Besucher erklimmen, um ins "Wohnzimmer" zu kommen.
Außen pfui, innen hui: Das "Wohnzimmer" am Rathaus sieht aus wie ein Baucontainer für Renovierungsarbeiten.
Der Künstler Tatzu Nishi (49) in seinem "Wohnzimmer" vor der Harburger Rathausuhr