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Künstler-Aufstand

Wie gefährlich ist er für von Beust?

Die Revolte ist in vollem Gange. Ausgenutzt und im Stich gelassen fühlen sich immer mehr Hamburger Kulturschaffende von der Politik - und fordern den Senat mit einem nie dagewesenen Manifest zum Umdenken auf (MOPO berichtete). Hatten am Donnerstag erst 500 Künstler, Schauspieler und Musiker, die das Dokument mit dem Titel "Not In Our Name, Marke Hamburg" unterschrieben, so waren es am gestrigen Nachmittag bereits 1300 Unterzeichner. Wie gefährlich werden die Kunst-Revoluzzer dem Senat?



"Aus der Besetzung des Gängeviertels durch unterschiedliche Künstlergruppen ist eine Bewegung geworden", stellt die "Kampnagel"-Intendantin Amelie Deuflhard fest. "Das kann man nur unterstützen. Hamburg braucht die Künstler und Kreativen und sollte sich endlich für konkrete Maßnahmen der Künstlerförderung entscheiden."



Auch der Intendant des Thalia Theaters, Joachim Lux, begrüßt den Einsatz der Kulturschaffenden für bezahlbare Ateliers und gezielte Kunstförderung in Hamburg als "unverzichtbaren Bestandteil von lebendiger Bürgerkultur, wie wir sie uns wünschen". Lux: "Lassen wir uns vom Mut der Politiker überraschen, die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen."



Bislang schweigt sich der Senat allerdings zum Manifest der Kulturschaffenden aus. Auch gestern waren weder Bürgermeister Ole von Beust (CDU) noch die verantwortliche Kultursenatorin Karin von Welck (parteilos) gegenüber der MOPO zu einer Stellungnahme bereit. Zunächst soll offenbar die Zukunft der Künstler im Gängeviertel (Valentinskamp/Ecke Caffamacherreihe) geklärt werden, bevor über ein neues Konzept für die Künstlerförderung in ganz Hamburg auch nur nachgedacht wird.



Klar ist jedoch: Auch wenn sich die Künstler instrumentalisiert fühlen, soll die "Marke Hamburg"auch weiterhin mit den Kultuschaffenden beworben werden. "Wir haben viele Analysen, die belegen, dass diese Strategie funktioniert", sagt Karl-Heinz Blumenberg von "Hamburg Marketing": "Und es ist ja auch im Interesse der Künstler, wenn viele Touristen in die Stadt strömen."



Dass die Künstler für ihre kritische Zeitschrift "Unter Geiern" die PR-Zeitschrift der Stadt optisch kopiert haben, ist für Blumenberg ein Kompliment: "Wir werden in diesem Fall von rechtlichen Schritten absehen, das wäre überzogen."

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Datum:  31.10.2009
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