Margaritas statt Martinis, Wühltisch-Look statt Maßanzug-Eleganz: Nach vier erfolgreich bestandenen 007-Abenteuern streckt Pierce Brosnan dem berühmtesten Geheimagenten der Welt die Zunge heraus. Der Killer namens Julian Noble, den er in seinem neuen Film verkörpert, ist der Anti-James-Bond schlechthin: ein gealterter Gigolo mit Goldkettchen, Bierbauch und fiesem Schnauzbart. Einer, der wüst herumpöbelt, selbstmitleidiges Gewinsel absondert und Frauen bezahlt, damit sie mit ihm schlafen. Seine Ausdrucksweise stammt aus der Gosse, seine Umgangsformen sind die eines Neandertalers. Und auch in seinem Job versagt er, weil er noch nicht einmal mehr ein Gewehr ruhig halten kann. Kurz: ein armseliger, ausgebrannter Auftragsmörder - und ein abgefuckter Alkoholiker.
Dieser Julian Noble trifft eines Tages an einer mexikanischen Hotelbar auf Danny Wright, einen biederen Geschäftsmann und braven Familienvater. Der ist völlig fasziniert vom wilden Killer-Leben, während Julian sich insgeheim nach einer Familie sehnt. Die beiden so unterschiedlichen Männer freunden sich an - nicht ahnend, wie sehr sie plötzlich aufeinander angewiesen sein werden ... Aus dieser Grundkonstellation schlägt Autor und Regisseur Richard Shepard die wunderbarsten Funken: Seine höchst amüsante Mischung aus Krimikomödie und Buddy-Movie steckt voller zündender Witze; sie ist schwarzhumorig, aber nie zynisch; sie ist bisweilen herrlich albern, aber nie seelenlos. Und sie hält bis zum Schluss einige überraschende Wendungen bereit.
Größter Trumpf des Films sind indes die spielfreudigen Hauptdarsteller, die auch kleinere dramaturgische Schwächen des Drehbuchs mühelos überbrücken: Greg Kinnear ist hier noch besser als in "Besser geht's nicht", und Pierce Brosnan liefert gar die größte Leistung seiner Karriere ab - völlig zu Recht bekam er dafür eine Golden-Globe-Nominierung. Der einstmals oft steife Ex-007 beweist mit dieser lustvollen Demontage seines James-Bond-Images nicht nur Selbstironie, sondern auch beachtliches komisches Talent - er wirkt wie neu geboren, als hätte er erkannt: Ohne Lizenz zum Töten macht das Meucheln einfach noch mehr Spaß.
Fazit: Originelle, saukomische Krimikomödie mit einem umwerfenden Pierce Brosnan.
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?