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«Spiegel»: Vergewaltigungen bei Domspatzen bis in die 90er

«Spiegel»: Vergewaltigungen bei Domspatzen bis in die 90er

Hamburg - Der Missbrauchsskandal beim weltbekannten Knabenchor Regensburger Domspatzen soll nach einem «Spiegel»-Bericht bis in die 90er Jahre gedauert haben - länger als bisher bekannt. Am Samstag berichtete das Magazin vorab, dass sich neue Betroffene gemeldet hätten.

Es gehe nicht mehr nur um Vorwürfe aus den 50er und 60er Jahren. Ein Ex-Schüler sagte demnach, dass er in dem Internat bis 1992 sexuelle und körperliche Gewalt allgegenwärtig erlebt habe. Ältere Schüler hätten ihn vergewaltigt, auch in der Wohnung eines Präfekten sei es zu Verkehr zwischen Schülern gekommen.

«Die haben den Druck eines totalitären Systems eben weitergegeben», sagte Thomas M. dem «Spiegel». Der Chor-Chef von 1964 bis 1994 und Bruder des heutigen Papstes, Georg Ratzinger (86), wurde von dem zitierten Ex-Domspatz als «extrem cholerisch und jähzornig» erlebt. Ratzinger habe noch Ende der 80er Jahre bei Chorproben Stühle nach den Jungen geworfen, wenn er wütend gewesen sei. Laut «Spiegel» wollten sich zunächst weder das Bistum Regensburg noch Ratzinger zu den Vorwürfen äußern.

Vor wenigen Tagen hatte Georg Ratzinger der «Passauer Neuen Presse» gesagt, dass er bis Ende der 70er Jahre hin und wieder Ohrfeigen verteilt habe, doch habe er nie jemanden grün und blau geschlagen. Er hatte in dem Interview bekräftigt, von sexuellem Missbrauch nichts gewusst zu haben - auch nicht gerüchteweise.

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Datum:  13.3.2010
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