Sie musste während der Fahrt pinkeln, stoppte ihr Auto am Straßenrand, hockte sich auf ein Feld. Der kurze Halt in Hollingstedt (Kreis Dithmarschen) endete gestern für die 27-Jährige mit lebensgefährlichen Verletzungen. Sie geriet in einen Maishäcksler. Auf dem Weg zum Einsatz verunglückte auch noch ein Notarztwagen.
Es ist 10.45 Uhr, als die Frau, deren Freund im Auto wartet, von dem Maishäcksler erfasst wird. Sie gerät mit den Beinen in die Schneideblätter. Der Fahrer bemerkt den Unfall sofort, stoppt die Maschine und alarmiert Polizei und Feuerwehr. Die Retter rasen mit Blaulicht und Martinshorn los. Doch sie kommen nicht weit.
Im knapp drei Kilometer vom Unfallort entfernten Glüsing kracht der Notarztwagen an einer Kreuzung mit dem Auto eines 38-Jährigen zusammen. Die Retter sind eingeklemmt, müssen von ihren Kollegen befreit werden. Der Fahrer (Rettungsassistent, 54), der Notarzt (60) und der 38-Jährige erleiden schwere Verletzungen und kommen ins Krankenhaus.
Unterdessen sind andere Retter bei dem Opfer eingetroffen. Selbst für die erfahrenen Beamten ist es ein furchtbarer Anblick: Die Frau aus Niedersachsen ist so schwer unter der Maschine eingeklemmt, dass die Retter überlegen, ihre Beine noch am Einsatzort zu amputieren.
Sie entscheiden sich dagegen. Die Frau bekommt eine Vollnarkose. Erst nach zwei Stunden schaffen es die Helfer, die 27-Jährige zu befreien. Sie wird mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus nach Heide geflogen. Warum die Frau den Maishäcksler nicht hörte, ist noch unklar.