Klimawandel, Ausbeutung, Fleischfabriken - unsere Lebensweise richtet Menschen, Tiere und die Natur zugrunde. Geht es auch anders? Das will MOPO-Reporter Mathis Neuburger herausfinden - heute: Tag 7. Menschen sind schizophren. Übers Wochenende habe ich ein bisschen gerechnet. Zwei Zahlen kamen dabei raus: 3,7 Tonnen und 2,5 Gramm. Die erste ist der jährliche CO2-Ausstoß des Stromverbrauchs unserer WG. Die zweite der radioaktive Abfall. Schon verrückt: Meine Mitbewohner und ich sind alle mit diesen gelben "Atomkraft? Nein Danke"-Aufklebern aufgewachsen. Alle sind für den Atomausstieg. Und keinen hat es bislang interessiert, dass wir die Erde für Jahrtausende verstrahlen.
Energieerzeugung ist in Deutschland der größte Klimakiller: "Rund 41 Prozent der deutschen CO2-Emissionen stammen aus Kraftwerken", so Greenpeace-Experte Jörg Feddern. Rund 5000 Kilowattstunden verbraucht unsere Fünfer-WG im Jahr. Wie bei den meisten Hamburgern kommt unser Strom von Vattenfall. Das bedeutet, wir beziehen zu 72 Prozent Strom aus fossilen Energieträgern (Kohle, Gas), zu 17 Prozent aus Atomkraft und zu elf Prozent aus erneuerbaren Quellen. In meiner persönlichen CO2-Bilanz macht Strom ein Zehntel aus. Ökostrom muss her!
Ökostrom stammt, je nach Anbieter, zu 100 Prozent aus regenerativen Energiequellen. Das sind z. B. Wasser, Wind, Sonne oder Biomasse. Sauberen Strom gibt es von normalen Energieanbietern und unabhängigen Firmen. Dass auch wirklich die Menge Ökostrom im deutschen Netz landet, die die Verbraucher bezahlen, garantieren unabhängige Prüfer.
Generell gilt: Ökostrom ist teurer - aber nicht viel. Unser Vattenfall-Strom kostet 17,56 Cent pro Kilowattstunde, die monatliche Grundgebühr beträgt 6,10 Euro. Beim größten deutschen Öko-Anbieter "Lichtblick" kostet die Kilowattstunde 1,42 Cent mehr. Die Grundgebühr ist 98 Cent teurer. Das macht für uns im Jahr 82,76 Euro Unterschied. Pro Person sind das 1,37 Euro im Monat. Spar ich mir einen Kaffee im Monat ab, um zehn Prozent weniger CO2 zu verursachen und gleichzeitig die Castor-Transporte zu bekämpfen?
Zehn Minuten dauert das Ausfüllen des Wechsel-Antrags im Internet - inklusive Stromrechnung suchen. Ein Kinderspiel. Zum Ende des Monats kommt nur noch sauberer Saft aus unserer Steckdose. Wer lieber bei Vattenfall bleiben möchte - auch die bieten einen Öko-Tarif an, der sogar noch günstiger ist. Nur 0,16 Cent kostet die Kilowattstunde mehr als im "Classic"-Tarif. "Aber damit unterstützt man einen Konzern, der gerade neue klimaschädliche Kohlekraftwerke baut und gefährliche Atommeiler betreibt", so Feddern. "Die beste Wahl ist ein unabhängiger Stromanbieter, der auf Kohle- und Atomenergie verzichtet."
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?