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KORREKT LEBEN

Diese Kleidung ist sauber

Klimawandel, Ausbeutung, Fleischfabriken - unsere Lebensweise richtet Menschen, Tiere und die Natur zu Grunde. Geht es auch anders? Das will MOPO-Reporter Mathis Neuburger herausfinden - heute: Tag 17.



Neuerdings kann mein Spiegel sprechen. Leider nur ein Wort: "schuldig". Er meint die Jeans aus Thailand, das T-Shirt aus China, den Pulli aus Vietnam. Alles schön billig produziert, alles aus normaler Baumwolle.



Keine andere Pflanze wird mit mehr Pestiziden besprüht als das "weiße Gold". Das vergiftet Flüsse, Böden, Tiere - und tötet Menschen. Auf den Feldern arbeiten selbst Kinder häufig ohne Schutz. Millionen erleiden jährlich Vergiftungen, jede Stunde sterben laut UNO 25 Menschen an Pestiziden - viele, weil sie sich damit aus Verzweiflung umbringen.



Denn genäht werden unsere Kleider unter unmenschlichen Bedingungen. Wer protestiert, wird manchmal einfach erschossen - wie kürzlich in Bangladesch, als Arbeiter für einen freien Tag pro Woche demonstrierten.



Nach diversen Skandalen haben zwar viele Mode-Giganten Richtlinien für Zulieferer erlassen. "Geändert hat sich aber kaum etwas. Kontrollen sind nicht effektiv, und viele Firmen wissen gar nicht, wo ihre Sachen produziert werden", sagt Thomas Krämer von der Initiative "Saubere Kleidung". "Bedenkenlos kann man bei keinem größeren Unternehmen einkaufen." Ein vernichtendes Urteil gegen meinen Kleiderschrank.



Dazu kommt der Wasserverbrauch: 8000 Liter des in vielen Regionen knappen Gutes kostet allein die konventionelle Stoffproduktion einer Jeans. Chemische Färbungen verseuchen Körper und Trinkwasser. 1,5 Millionen Kinder sterben jährlich an dreckigem Wasser.



Da gibts keine Ausreden - Alternativen müssen her. Die gute Nachricht: Öko-Klamotten sind nicht mehr nur Batik-Hemden und Latzhosen. Ob lässig, schick oder normal - es gibt alles öko und fair produziert.



Die schlechte Nachricht: Korrekte Kleidung findet man nicht an jeder Ecke. Auch an die Preise von Mode-Discountern kommen die Öko-Labels nicht ran. Doch teurer als Markensachen sind sie meist auch nicht. Ein Beispiel: Die Marken-Jeans kostet 120 Euro, eine Öko-Hose von "Kuyichi" ebenfalls. Zwar sind die Produktionskosten höher - gespart wird dafür an Werbung.



500 Millionen Textilien schmeißen die Deutschen jährlich weg. An zu wenig Geld sollte faire Kleidung also nicht scheitern. Am umweltfreundlichsten kauft es sich übrigens im Secondhandshop ein.

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Datum:  29.3.2007
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