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Kontroverse um eine Schnapsidee

Am Anfang war da eine Schnapsidee, die alles durcheinander bringen sollte. Die Fehlfarben befanden sich vor zwei Jahren im bandeigenen "Atatak-Studio" in Düsseldorf. Dort begann die Arbeit an neuen Songs für einen Nachfolger ihres erfolgreichen 2002er Comeback-Albums mit dem schönen Titel "Knietief im Dispo".



Nebenbei nahmen die Ikonen des Neuen Deutschen New Wave altes Material in neuem Gewand auf. Da taucht "Wonder Records", die Hamburger Plattenfirma der Fehlfarben, mit dem Einfall auf, eine Art Hitsingle zu produzieren. Der für seine galligen, intelligenten Texte verehrte Fehlfarben-Frontmann Peter Hein sollte zwei Duette singen. Zum einen, um neue Fans zu erobern, zum anderen, um alte zu befriedigen. Eines davon mit Nena, das andere mit Peaches. Ein Kontrastprogramm. Gutfrau gegen Bitch, der Liebling der Massen gegen den Hardbody mit den schlüpfrigen Texten und üppigen Gesten.



Eine Schnapsidee, die dann doch auf massiven internen Widerstand stieß, kurzum verworfen wurde. Trotzdem brachte der unfreiwillig komische Gag einen Ball ins Rollen. Der heißt nun "26 1/2", weil die 1979 gegründeten Fehlfarben ob dieser ganzen Aktionen ihr 25-jähriges Jubiläum verschnarchten - und sie nun eben nachfeiern müssen.



Die Gruppe um Peter Hein, Thomas Schwebel, Frank "Der Plan" Fenstermacher, Kurt "Pyrolator" Dahlke und Konsorten hat dafür Material aus allen Phasen der Fehlfarben-Historie der Band nahe stehenden Gast-Sängern zur Verfügung gestellt - die nun die Rolle von Peter Hein übernehmen sollten. Die Liste umfasst mit Herbert Grönemeyer, Gudrun Gut, Dirk von Lowtzow ( Tocotronic), Francoise Cactus (Stereo Total) oder Bernd Begemann die besten oder ausdrucksstärksten Vokalisten des Landes.



Ein pralles Projekt der Rheinländer, die zu Beginn ihrer Karriere mit "Monarchie und Alltag" ein aufrührerisches Manifest deutschsprachiger Rock-Musik abgeliefert hatten. Trotzdem besteht das Album "26 1/2" aus Scheitern und Triumphieren. Während Jochen Distelmeyer (Blumfeld) gekonnt "Alkoholen" geht und Helge Schneider "Einsam" in den Adelsstand erhebt, brüllt Campino den unvergesslichen Song "Paul ist tot" in Grund und Boden. Wie sollte es auch anders sein, die Fehlfarben lösen mal wieder bis tief in die eigene Anhängerschaft Kontroversen aus.



Morgen spielen die Fehlfarben im Bunker an der Feldstraße - gemeinsam mit Nils Koppruch von Fink und Frank Spilker von Die Sterne.



Fehlfarben und Doc Schoko: Morgen, 21 Uhr, Uebel & Gefährlich, 17 Euro, www.uebelundgefaehrlich.com

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Datum:  15.3.2006
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Thomas Hirschbiegel

Aufschriften auf Firmenwagen sind immer wieder ein ergötzliches Thema. Jetzt stand ich am Eimsbütteler Markt hinter einem Transporter, auf dem stand: „Vor Ihnen fahren die Maler mit Freude am Beruf.“