"You like Mambo?" Klar, und den finsteren Dub-Effekt wenig später genauso. Es gab mal Zeiten, da hatten die Orishas Probleme, den Hit-Mix ihrer Alben auf der Bühne umzusetzen. Da fielen die drei kubanischen Exil-Rapper live auf die banalen Rituale des internationalen HipHop rein: stupide Rhythmen und immer schön die gestreckten Finger rauf und runter schwenken. Diese Ratlosigkeit ist Geschichte, Zweifler konnten jetzt in der ausverkauften Fabrik ein paar Lektionen in Ekstase und Entertainment bekommen.
Allen Schärfen in den Texten zum Trotz: die Orishas sind ein Kunstprodukt aus Pariser Studios, vor sechs Jahren von Produzenten zusammengestellt. Die Frage war, wie man Kubas musikalische Vergangenheit und soziale Gegenwart mit Dancefloor-Beats dieser Tage aufmischt. Drei Platten, einen Grammy und viele Charts-Spitzenplätze später geben die Orishas auch live die passende Antwort: Sie setzen mit DJ, Trompeter und Trommler erstmal auf die ferne Heimat Kuba, in den komplexen Rhythmen, den verbalen Exkursen und in wohlplatzierten Samples der alten Song-Meister.
Ein lautes und raues Spektakel, immer hart am Bühnenrand, wo über den Köpfen der Fans die Kuba-Flagge weht. Schlag auf Schlag kommen Hits und neue Songs vom "El Kilo"-Album, unzählige Hände werden geschüttelt, Mitsing-Chöre aufgerufen. Vom etwas ratlosen Kunstprodukt haben die Orishas sich den Weg zu einem der heißesten Live-Acts unserer Tage erspielt.
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?