Bagdad - Die beiden mit Saddam Hussein zum Tode verurteilten Gefolgsleute werden voraussichtlich am Sonntag hingerichtet. Das kündigte ein Abgeordneteter der Regierungsmehrheit im irakischen Parlament am Donnerstag in Bagdad an.
Am Vortag hatten arabische Fernsehsender zunächst berichtet, Saddam-Halbbruder Barsan al-Tikriti und der frühere Richter Awad al-Bandar sollten bereits an diesem Donnerstag exekutiert werden. Die Regierung hatte das aber dementiert.
In der Nacht zum Donnerstag appellierte UN- Menschenrechtskommissarin Louise Arbour an die irakische Regierung, auf die Hinrichtungen zu verzichten. Arbour meldete in New York erneut Zweifel daran an, dass der Prozess gegen den früheren Machthaber und seine Mitangeklagten fair und objektiv geführt wurde.
Saddams-Halbbruder, ehemals Chef des irakischen Geheimdienstes, und der frühere Vorsitzende des so genannten Revolutionären Gerichtshofs waren am 5. November zusammen mit Saddam wegen der Ermordung von 148 Schiiten in der Kleinstadt Dudschail 1982 zum Tode verurteilt worden. Saddam Hussein war am vergangenen Samstag hingerichtet worden.
In Bagdad starben am Donnerstagmorgen mindestens 13 Menschen, 25 weitere wurden verletzt, als zwei Sprengsätze neben einer Gruppe von Irakern explodierten, die um Heizöl anstanden. Das teilte die Polizei in der irakischen Hauptstadt mit. In der Pilgerstadt Kerbela im Südirak töteten Bewaffnete nach Angaben von Ärzten den Schiitenführer Scheich al-Sobeidi, einen Vertrauten des obersten schiitischen Geistlichen im Irak, Großajatollah Ali Husseini al-Sistani. Auch ein Leibwächter Sobeidis kam ums Leben.