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Guttenberg besucht Bundeswehr in Kundus

Gefechte überschatten Guttenberg-Besuch

Kundus ­ Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat seinen Afghanistan-Besuch in Kundus fortgesetzt. Im deutschen Feldlager will er sich bei den Soldaten über die Lage am gefährlichsten Einsatzort der Bundeswehr informieren.

In den vergangenen Wochen sind die internationalen Truppen in der Unruheprovinz Kundus verstärkt von radikalislamischen Taliban attackiert worden.

Der CSU-Politiker war in der Nacht zu Freitag wegen einer Flugzeugpanne mit 16 Stunden Verspätung im Hauptquartier der internationalen Schutztruppe ISAF für Nordafghanistan in Masar-i- Scharif eingetroffen. Am frühen Morgen nahm er an der Übergabe von rund 40 amerikanischen Kampf- und Sanitätshubschraubern an das Regionalkommando teil. Anschließend flog er nach Kundus weiter. Ein ursprünglich dort geplantes Treffen mit dem neuen ISAF-Kommandeur, General David Petraeus, wird wegen der Verspätung nicht mehr möglich sein.

Es ist die vierte Afghanistan-Reise Guttenbergs seit seinem Amtsantritt vor knapp neun Monaten. Er will mit seinem Truppenbesuch vor allem zur Motivation der Bundeswehrsoldaten in einer kritischen Phase ihres Einsatzes beitragen. Im Juni sind in ganz Afghanistan 102 Soldaten der internationalen Schutztruppe getötet worden und damit mehr als in jedem anderen Monat seit Beginn der Mission Ende 2001.

Im April kamen insgesamt sieben deutsche Soldaten bei Kämpfen in den Nordprovinzen Kundus und Baghlan ums Leben. Guttenberg hatte vor seiner Abreise gesagt, man müsse in diesem Sommer mit weiteren Gefallenen rechnen. In den vergangenen Wochen gab es immer wieder Sprengstoffanschläge auf deutsche Patrouillen und Gefechte mit den radikalislamischen Taliban.

Ungeachtet der Sicherheitslage will die Bundeswehr noch im Sommer die Ausbildung afghanischer Soldaten in der Fläche ausweiten. Dafür war die Höchstgrenze für das Kontingent im Februar von 4500 auf 5250 Soldaten erweitert worden.

Guttenberg will sich in Kundus auch über die Umsetzung einer Entscheidung informieren, die er bei seinem letzten Besuch getroffen hat. Mit zwei Exemplaren der Panzerhaubitze 2000 stehen seit einigen Wochen erstmals schwere Artilleriegeschütze im Feldlager. Am vergangenen Wochenende wurde damit während eines Gefechts erstmals scharf geschossen. Guttenberg hatte die lange umstrittene Verlegung der Haubitzen nach Kundus im April angeordnet. Die 155 Millimeter- Kanone kann 40 Kilometer weit schießen und selbst auf diese Entfernung auf 30 Meter genau treffen.

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Datum:  16.7.2010
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