Die Story: Zwei amerikanische Freundinnen verbringen ihren Sommerurlaub in Barcelona: die nüchterne Realistin Vicky (Rebecca Hall), die sich mit einem teigigen New Yorker Geschäftsmann verlobt hat, und die abenteuerlustige Romantikerin Cristina (Scarlett Johansson), die stets auf der Suche nach der großen Liebe ist. Beide erliegen den Verführungskünsten des glutäugigen Malers und Lebemanns Juan (Javier Bardem). Als dessen heißblütige Ex-Frau Maria (Penelope Cruz) unerwartet zurückkehrt, brennt die Hütte: Da wogen die Gefühle, da fliegen die Fetzen, und sämtliche Hormone fahren Achterbahn.
Die Schauspieler: Prachtkerl Javier Bardem hat die Killermiene aus "No Country For Old Men" durch seinen schönsten Schlafzimmerblick ersetzt und gibt lustvoll den Latin Lover. Als experimentierfreudige Chaotin Cristina überzeugt Scarlett Johansson auch in ihrem dritten Woody-Allen-Film, bleibt jedoch im Vergleich zu ihren Kolleginnen erstaunlich blass. Größte Entdeckung des Films ist die englische Theaterdarstellerin Rebecca Hall in der Rolle der vernünftigen Vicky. Für die lautesten Lacher sorgen indes die Wutausbrüche von Penelope Cruz: Als feurige Furie Maria, vor Leidenschaft brodelnd wie ein Vulkan, steckt sie die Leinwand immer wieder in Brand.
Der Regisseur: Nach drei Filmen in Großbritannien hat es den New Yorker Stadtneurotiker Woody Allen auf seiner Europatournee nach Spanien verschlagen, wo er seinen sonnigsten, leichtesten und beschwingtesten Film seit Langem gedreht hat: eine frivole romantische Komödie vor der traumhaften Kulisse Barcelonas. Dass er das Geschehen durch einen überflüssigen, onkelhaften Erzähler verdoppelt, stört kaum. Geistreich jongliert er mit Klischees, augenzwinkernd beobachtet er die seltsamen Herzensregungen seiner Figuren - und erweist sich einmal mehr als exquisiter Kenner menschlicher Schwächen.
Fazit: Amouröse Verwicklungen, geschliffene Dialoge, hinreißende Darsteller - Woody Allens sinnlich-spritzige Sommerkomödie ist so prickelnd wie ein charmanter, flüchtiger Ferienflirt.