Die Story: Im Sommer 1969 kehrt der junge Elliot aus New York in sein spießiges Heimatkaff Bethel zurück, um das vergammelte Motel seiner Eltern vor dem Bankrott zu retten. Er überzeugt eine Gruppe von Hippies, die ein Musikfestival veranstalten wollen, dass eine Kuhweide in der Nachbarschaft der ideale Standort wäre. So wird die elterliche Bruchbude plötzlich zum Festivalzentrum - doch die Organisation läuft völlig aus dem Ruder: Statt der erwarteten 5000 fallen rund 500000 Festivalbesucher in dem Ort ein ...
Die Schauspieler: Standup-Comedian Demetri Martin spielt Elliot Tiber, auf dessen Memoiren dieser Film basiert, als sensibles, linkisches, naives Jüngelchen, das mit treuherzigem Blick durchs Woodstock-Wonderland tapst. Seine Mutter, eine jüdische Immigrantin aus Russland, kauzig und geizig, mürrisch und herrisch, wird von Imelda Staunton ("Vera Drake") als bizarre Karikatur gezeichnet. Herausragend unter den schrägen Nebenfiguren: Liev Schreiber in der Rolle eines transsexuellen Ex-Soldaten.
Der Regisseur: Nach Filmen wie "Sinn und Sinnlichkeit", "Tiger & Dragon", "Hulk" oder "Brokeback Mountain" wirft Regie-Chamäleon Ang Lee 40 Jahre nach Woodstock einen nostalgischen Blick auf das legendäre Festival. Grobkörnige Aufnahmen und Split-Screen-Einstellungen wecken Erinnerungen an die berühmte Musikdokumentation von 1970. Doch vom Bühnengeschehen und der Musik bekommt man in Lees Film ungefähr genau so viel mit wie die meisten Festivalbesucher damals: nämlich gar nichts. Stattdessen geht es hier ums Drumherum - um Happiness und Hippiefeeling, Hasch und Halluzinationen. Lee präsentiert eine behagliche, bunte, bekiffte Collage aus kleinen, meist belang- und harmlosen Begebenheiten, ohne erkennbare Dramaturgie und ohne schädliche Nebenwirkungen. Sein Film, liebevoll ausgestattet bis hin zum üppig sprießenden Schamhaar der Statisten, wirkt wie ein langer ruhiger Fluss - und fängt dadurch das einstige Lebensgefühl perfekt ein.
Fazit: Fröhliches, flauschig-fluffiges Feelgood-Movie über die Entstehungsgeschichte des berühmtesten Popfestivals aller Zeiten.
Note ***