Die Story: Teheran am Tag des WM-Qualifikationsspiels Iran/Bahrain. Die Stadt kocht vor Aufregung. Hupende Fan-Busse drängeln sich Richtung Stadion. Mitten im Getümmel: kleine Gestalten in sehr weiten T-Shirts und mit tief ins Gesicht gezogenen Baseball-Kappen. Frauen dürfen im Iran kein Fußballstadion betreten. Doch durch Verbote lassen sich echte Fans nun mal nicht abschrecken. Als Jungs verkleidet versuchen ein paar Mädchen (u. a. Sima Mobarak Shahi und Shayesteh Irani), an den Kontrollen vorbeizukommen. Einige schaffen es, andere werden erwischt: Sie landen, von gleichaltrigen Soldaten (u. a. Safar Samandar) bewacht, hinter einem Absperrgitter an der Stadionmauer. Hier können sie das Spiel zwar nicht sehen, aber - welche Qual! - alles mithören. Auf die Mädchen im Abseits wartet die Sittenpolizei. Das schüchtert sie nicht ein: Wütend legen sie sich mit den Wachsoldaten an, enthusiastisch feiern sie die erlauschten Tore. Und listig nutzen sie jede Chance, doch noch etwas vom Spiel zu sehen. Ihre jungen Bewacher bringt das mächtig ins Schwitzen ...
Die Schauspieler: Ein Film ohne Stars: Um den Doku-Charakter des Werks zu stärken, wurden sämtliche Rollen mit Laien besetzt. Die machen ihre Sache großartig: Die rebellische Leidenschaft der Mädchen und die schlecht kaschierte Schüchternheit der milchbärtigen Soldaten wirken berührend echt. Vor allem Safar Samandar als Junge vom Land, der viel lieber Kühe hüten als Mädchen einsperren würde, ist eine Entdeckung.
Der Regisseur: Wenn der Iran im Juni 2005 nicht gegen Bahrain gewonnen hätte, dann gäbe es diesen Film gar nicht: Jafar Panahi wollte seine Fußballkomödie ganz nah an der Wirklichkeit drehen. Und weil das Skript eben ein Happy End mit Fußballparty vorsieht, hätte Panahi nach einer iranischen Niederlage das ganze Projekt abgeblasen. Gedreht wurde direkt vor, während und nach dem Spiel: Die Szenen im Fan-Getümmel vor dem Stadion und die abschließenden Freudentänze auf Teherans Straßen sind echt. Das Ergebnis ist ein kraftvoller Film im Stil des Neorealismus, der alles hat, was gutes Kino braucht: Leidenschaft, Humor und ein großes Thema. Bei der Berlinale 2006 wurde "Offside" mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet.
Fazit: Der schönste Fußballfilm seit langem - auch wenn man kein einziges Tor fallen sieht.
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?