Die Story: Der wortkarge Lokomotivführer Odd Horten lebt allein mit seinem Wellensittich in Oslo. Als der bislang stets zuverlässige Bahnbeamte ausgerechnet an seinem letzten Arbeitstag verschläft und seinen Zug verpasst, beginnt für ihn eine skurrile Odyssee durchs verschneite Norwegen - und zu sich selbst: Durch merkwürdige Begegnungen mit fremden Hunden, schlafenden Kindern und trinkfesten Erfindern entdeckt der ausrangierte Lokführer, wie aufregend das Leben sein kann, wenn es mal nicht nach Fahrplan verläuft - und dass man sein Glück nur findet, wenn man die eingefahrenen Gleise verlässt.
Die Schauspieler: Auf anrührende Weise, mit stoischer Gelassenheit und Pfeife im Mundwinkel, verkörpert Bård Owe die Titelfigur. Der gebürtige Norweger, der seit einem halben Jahrhundert in Dänemark lebt, ist bei uns hauptsächlich als Dr. Bondo aus Lars von Triers Fernsehserie "Geister" bekannt.
Der Regisseur: Mit dieser skurrilen Komödie knüpft der Norweger Bent Hamer, der auch das Drehbuch schrieb, erfolgreich an seinen Überraschungserfolg "Kitchen Stories" an. Karge Dialoge und lange, ruhige Kameraeinstellungen prägen auch diesmal seinen Stil. Statt einer stringent entwickelten Geschichte bietet sein neuer Film eine charmante Abfolge außergewöhnlicher Situationen, erzählt in sorgfältig komponierten Bildern. Hamers staubtrockener, absurder Humor erinnert ein wenig an seinen finnischen Regiekollegen Aki Kaurismäki. Dabei gelingt ihm das Kunststück, trotz frostiger Temperaturen auf der Leinwand für behagliche Atmosphäre im Publikum zu sorgen.
Fazit: Wunderbar warmherziges Wintermärchen, gewürzt mit liebenswert lakonischem, leisem Humor.