Die Story: Jan Armbruster möchte die Halbitalienerin Sara Marcipane heiraten. In Deutschland, nur standesamtlich und in ganz kleinem Rahmen. Bald darauf ist er samt Braut, Schwiegerpapa Antonio und Schwiegermama Ursula auf dem Weg ins süditalienische Campobello. Antonio hat ein Machtwort gesprochen: Die Hochzeit soll in seiner Heimat stattfinden, im Rahmen eines großen Festes mit der gesamten Marcipane-Sippe. Und damit basta! Konfrontiert mit südländischen Eigenarten, weichen Matratzen und Meeresfrüchte-Gerichten, auf die er allergisch reagiert, stolpert der ruheliebende Teutone Jan von einer Krise in die nächste.
Die Schauspieler: Die Rolle des mitunter etwas hilflosen Jan ist Christian Ulmen quasi auf den Leib geschrieben. Sein zurückgenommenes komödiantisches Spiel bildet einen lacherfördernden Kontrast zu der temperamentvolleren Art seines Filmschwiegervaters Lino Banfi, der seiner Figur auch viel Warmherzigkeit mitgibt. Neben dem ungleichen Männerpaar treten Mina Tander als Sara, die sich in Campobello zunehmend auf ihre italienischen Wurzeln besinnt, und Maren Kroymann als Antonios Frau stark in den Hintergrund.
Der Regisseur: Die Komödie von Neele Leana Vollmar ("Friedliche Zeiten") basiert auf Jan Weilers gleichnamigen Bestseller. Zusammen mit Daniel Speck verpasste der Autor höchstselbst seiner stark autobiografisch gefärbten Vorlage eine filmkompatible Struktur. Mit exzellentem Gespür fürs richtige Timing lässt Vollmar deutsche und italienische Lebensart aufeinanderprallen, wobei insbesondere das ironische Spiel mit gegenseitigen Vorurteilen gefällt. Es klingt aber auch etwas Sozialkritik an. Rückblenden zu Antonios schwierigen ersten Jahren im Wirtschaftswunder-Deutschland als Gastarbeiter, der es wagt, eine Deutsche zu heiraten, sorgen für eine melancholische Grundierung des überwiegend heiter-turbulenten Geschehens.
Fazit: Gelungene Romanverfilmung.