Die Story: Auf einer Dienstreise in Nantes lernt eine Pariserin einen Einheimischen kennen und verbringt einen traumhaften Abend mit ihm. Als er ihr einen Abschiedskuss geben will, lehnt sie ab. Zur Begründung erzählt sie ihm, was ihrer Freundin einst passierte: Es ist die Geschichte eines auf den ersten Blick harmlosen Kusses, der für eine verheiratete Frau (Virginie Ledoyen) und deren besten Freund (Regisseur Emmanuel Mouret) völlig unvorhergesehene Konsequenzen hat.
Die Schauspieler: Vom soliden Hauptdarsteller-Quartett kennt man hierzulande nur Virginie Ledoyen - aus Filmen wie "The Beach" oder "8 Frauen". Schauspielerisch am schwächsten ist der Regisseur höchstpersönlich, der stets ein wenig steif, blass und unbeholfen wirkt. Er spielt allerdings auch einen Schluffi, den man ständig schütteln oder ohrfeigen möchte.
Der Autor und Regisseur: Emmanuel Mouret wird in Frankreich bereits als neuer Woody Allen gefeiert. Sein vierter Film (die anderen drei sind in Deutschland nie erschienen) offenbart zwar eine Menge Talent, ist aber trotzdem noch weit entfernt vom Witzfeuerwerk á la Woody: Mouret kann sein anfangs hohes Niveau nicht durchgängig halten; Längen schleichen sich ein. Unterm Strich bleibt eine zwar überwiegend gelungene, aber harmlose Liebeskomödie. Wie im französischen Kino üblich, wird permanent gequatscht, und natürlich dreht sich alles um l'amour. Allerdings geht Mouret dabei für französische Verhältnisse erstaunlich schamhaft und schüchtern zu Werke. Sein sorgfältig konstruierter und liebevoll ausgestatteter Film (von der Pulloverfarbe bis zu den Wandgemälden bleibt hier nichts dem Zufall überlassen) ist im Grunde genommen eine Versuchslabor-Anordnung: eine intellektuelle Gedankenspielerei zu der Frage, ob man sein Begehren befriedigen kann, ohne Dritten dadurch wehzutun. Die Antwort liegt auf der Hand. Doch was Mouret daraus macht, ist immerhin sehr unterhaltsam.
Fazit: Charmante Parabel über Liebe, Freundschaft und Verlangen, inszeniert mit leichter Hand und leisem Humor.