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HUI BUH - Das Schlossgespenst

Seit den 60er Jahren erfreuen die Hörspiele mit Hui Buh eine große Fangemeinde. Mehr als 20 Millionen verkaufte Tonträger sprechen eine deutliche Sprache. Es war nicht leicht, Hui-Buh-Schöpfer Eberhard Alexander-Burgh die Rechte für einen Film mit seinem lustigen Schlossgespenst abzuluchsen. Neben der finanziellen Frage spielte dabei auch die Skepsis des Autors eine Rolle, was die Aufbereitung seines Werks für die Leinwand angeht. Entsprechend hart waren die dreijährigen Verhandlungen. Als der Vertrag im Oktober 2004 endlich unter Dach und Fach war, starb Alexander-Burgh tragischerweise eine Woche später. Dass seine künstlerischen Bedenken unbegründet waren, kann er nun leider nicht mehr erleben.



Die Geschichte beginnt im Jahr 1399. Der faule Ritter Balduin findet sich auf Schloss Burgeck zu einer Partie Poker ein. Des Falschspiels überführt, lässt er sich leichtfertig zu dem Ausruf hinreißen: "Der Blitz soll mich treffen, wenn ich betrogen habe!" Und so geschiehts.



500 Jahre später geistert der Ex-Ritter als Hui Buh auf Burgeck herum. Der einzige Sterbliche weit und breit ist der wenig schreckhafte Schlossverwalter Kastellan. Das beschauliche Gespuke wird gestört, als König Julius der 111. sein Erbe antreten und bei dieser Gelegenheit seine Verlobung mit Leonora Gräfin zu Etepetete bekannt geben möchte. Weil der Plagegeist, der die "Fleischsäcke" vertreiben will, ihm die Tour vermasselt, vernichtet Julius erbost Hui Buhs Spuklizenz. Das ruft die Geisterbehörde auf den Plan. Hui Buh bleiben zwei Tage, um die Gespensterprüfung erfolgreich zu wiederholen. Völlig unerwartet gerät aber auch der König in Schwierigkeiten. Zur Lösung ihrer Probleme müssen sich die beiden Widersacher wohl oder übel zusammenraufen.



Dass die Spukgeschichte auch auf der Leinwand ihren Zauber entfaltet, liegt nicht allein an der Tricktechnik, die sich durchaus mit Hollywood-Produktionen messen kann. Der Star ist natürlich das computeranimierte Schlossgespenst, gesprochen von Bully Herbig, der anfangs als Ritter Balduin noch kurz leibhaftig in Erscheinung tritt. Bei seinen vergeblichen Versuchen, Furcht zu verbreiten, stellt der eigentlich gute Geist allerhand Schabernack an. Dabei gibts immer was zu lachen - ohne dass der Humor ein gewisses Niveau unterschreitet. Aber auch die Darsteller aus Fleisch und Blut füllen ihre Rollen prächtig aus: "Stromberg" Christoph Maria Herbst etwa hat als König Julius fast ebenso viele komische Momente wie Rick Kavanian als dessen tuntig-exzentrischer Adjutant Charles. Heike Makatsch überzeugt als durchtriebene Gräfin, während Ellenie Salvo Gonzàlez als Zofe Konstanzia der Liebreiz in Person ist. Und natürlich nicht zu vergessen der inzwischen verstorbene Hans Clarin, der hier als liebenswerter Schlossverwalter Kastellan seinen letzten Filmauftritt hat.



Daneben zeichnet sich das von Sebastian Niemann inszenierte erste Kinoabenteuer des Hörspiel-Helden Hui Buh durch viele nette Einfälle aus. So werden auch jung gebliebene Erwachsene ihren Spaß haben, wenn Frankensteins Monster bei der theoretischen Gespensterprüfung Stress macht oder sich der untote Lenin durch die Unterwelt sächselt, in der es erschreckend bürokratisch zugeht.



Fazit: Ein lustiger Geist spukt sich in die Herzen von Groß und Klein.

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Datum:  20.7.2006
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Thomas Hirschbiegel

Aufschriften auf Firmenwagen sind immer wieder ein ergötzliches Thema. Jetzt stand ich am Eimsbütteler Markt hinter einem Transporter, auf dem stand: „Vor Ihnen fahren die Maler mit Freude am Beruf.“