Die Story: Die fröhlich-flippige Grundschullehrerin Poppy begegnet ihren Mitmenschen mit ansteckender Lebenslust und unerschütterlichem Optimismus. Auch wenn das Leben ihr immer wieder Knüppel zwischen die Beine wirft - dank ihres sonnigen Gemüts meistert sie sämtliche Widrigkeiten des Alltags: Dunkle Wolken lacht diese kunterbunte Pippi Netzstrumpf einfach weg. Sie kümmert sich um einen verstockten, gewalttätigen Schüler ebenso wie um einen verstörten Penner und bringt sogar ihren Fahrlehrer, einen miesmuffligen, paranoiden Rassisten, zum Schmelzen.
Die Schauspieler: Berlinale-Bärengewinnerin Sally Hawkins hat mit Poppy eine der sympathischsten Filmfiguren aller Zeiten erschaffen: Man schließt sie sofort ins Herz - und wünscht sie sich als beste Freundin. Mit umwerfender Frische wirbelt sie über die Leinwand: eine unvergessliche Charme-Offensive, der auch der größte Griesgram nicht widerstehen kann. Für Sally Hawkins ist es nach "All Or Nothing" und "Vera Drake" bereits die dritte Zusammenarbeit mit Regisseur Mike Leigh. An ihrer Seite beeindruckt vor allem Eddie Marsan, der übrigens ab heute auch in "Hancock" als Bösewicht zu sehen ist, in der Rolle des grimmigen Fahrlehrers. Und Karina Fernandez hat einen sensationellen Auftritt als heißblütige Flamencolehrerin.
Der Regisseur: Mike Leigh, dem wir großartige Sozialdramen wie "Nackt" oder "Lügen und Geheimnisse" verdanken, war bisher nicht gerade als Lachsalven-Lieferant bekannt - nun überrascht er mit dieser Feel-very-good-Komödie. Wie alle seine Filme ist sie in monatelangen Proben und Improvisationen entstanden; wie immer sind seine Charaktere präzise gezeichnet; auch diesmal spart Leigh tragische Themen wie Obdachlosigkeit, Rassismus oder Gewalt an Schulen nicht aus. Doch der Erzählrhythmus ist diesmal luftig-leicht, der Ton bleibt stets optimistisch und beschwingt. Damit dürfte sein Film die Herzen der Kinozuschauer im Sturm erobern.