Die Story: Dorian (Michael McMillian) hat ein Geheimnis: Er ist schwul. Kein kleines Problem für einen Teenager in der amerikanischen Provinz. Wem soll er sich anvertrauen? Die Eltern scheiden als Gesprächspartner aus. Der Vater (Steven C. Fletcher) ist ein stockkonservativer Patriarch, die verzagte Mutter will von den Nöten ihres Sohnes lieber nichts wissen. Bleibt nur noch Überbruder Nicky (Lea Coco). Der gefeierte Quarterback hat an jedem Finger ein Mädchen und ist Daddys erklärter Liebling. Zu Dorians Erstaunen entwickelt er sich trotzdem zu seinem Vertrauten. Allerdings startet Nicky erst mal ein gut gemeintes Umerziehungsprogramm für seinen "sexuell verwirrten" Bruder. Aber auch Ringkämpfe und Table-Dance-Mädchen können Dorian nicht von seinen Neigungen "heilen". Schließlich wagt er sein Coming-out. Prompt setzt ihn der Vater vor die Tür. Dorian beginnt ein neues, aufregendes Leben in New York. Für den erfolgsverwöhnten Nicky hingegen laufen die Dinge plötzlich schlecht ...
Die Schauspieler: In dem weitgehend unbekannten Ensemble glänzt vor allem US-Serienschauspieler Michael McMillian. Er spielt Dorian als verstockten Teenie auf der Suche nach sich selbst - angenehmerweise ohne die üblichen Schwulenklischees. Lea Cocos Rolle als Sportheld und Super-Hetero Nicky ist fast noch schwieriger. Doch Coco schafft es, aus dem Abziehbild des All-American-Boy einen glaubwürdigen Charakter mit Tiefen zu machen.
Der Regisseur: Die Kleinstadt, die Spießer, der schwule Junge und die erste Liebe: Das Erstlingswerk von Tennyson Bardwell hat sämtliche Zutaten eines allzu typischen Coming-out-Dramas. Neu ist aber die Leichtigkeit, mit der sich Bardwell an das Thema traut: Die Geschichte kommt schnell in Fahrt, die Dialoge haben Witz. Da verzeiht man auch, dass einige Figuren (besonders der autoritäre Vater) ein bisschen holzschnittartig rüberkommen.
Fazit: Charmantes Regiedebüt.