Die Story: Weil Lena Braake (Eva-Maria Hagen) auf den windigen Banker Tobias Hardmann (Daniel Brühl) reinfällt, der ihr ein undurchsichtiges Finanzprodukt aufschwatzt, verliert sie ihr Häuschen und muss ins Altenheim. Dort wirft der alte Schwerenöter und erfahrene Pleitier Johann Schneider (Ezard Haußmann) ein Auge auf die rüstige 75-Jährige - und schmiedet mit einer Truppe von Heimbewohnern einen komplizierten Plan. Das Ziel: der Bank eins auszuwischen und für Lena das Haus zurückzugewinnen.
Die Schauspieler: Eva-Maria Hagen verleiht der um die eigenen vier Wände geprellten Lena viel Würde; und Ezard Haußmann, Vater von Regisseur Leander Haußmann, gibt den charmanten Schlawiner Johann mit reichlich Esprit. Laune macht auch das selbstironische Spiel etlicher Urgesteine des deutschen Films wie Nadja Tiller, Walter Giller, Ralf Wolter und Ingrid van Bergen. Der geballten Oldie-Power haben Daniel Brühl und Tom Gerhardt kaum etwas entgegenzusetzen - zumindest nicht in ihren Rollen als Banker-Jüngling beziehungsweise Heimleiter.
Der Regisseur: Hinter Leander Haußmanns Senioren-Posse verbirgt sich eine Neuverfilmung von Bernhard Sinkels "Lina Braake" (1974), einem der kommerziell erfolgreichsten Werke des Neuen Deutschen Films. Die sympathische Grundausrichtung der Story ist geblieben. Ansonsten geht es in der Neuauflage deutlich klamaukiger und zotiger zu. Im Heim kursierende Porno-DVDs, platzende Urinbeutel und andere platte Scherze trüben das Wiedersehen mit der alten Garde um Nadja Tiller und Walter Giller erheblich. Bleibt die Frage, wen Haußmann mit seiner Komödie eigentlich ansprechen will.