Die Story: Seit Geir wegen eines Unfalls an den Rollstuhl gefesselt ist, flüchtet sich der 33-Jährige in Zynismus - und in sein düsteres Zimmer, wo er Joints raucht, Johnny Cash hört und Kriegsfilme guckt. In ihrer Verzweiflung lädt seine Freundin Ingvild ein paar auf positiv getrimmte Behinderte samt ihrer dauergrinsenden Gruppentherapeutin ein. Doch Geir will weder die "Sozialdompteuse" noch die "Krüppel" in seinem Haus haben und mischt die Truppe mit seinem Sarkasmus ordentlich auf - der Beginn einer wahrhaft anarchischen Nacht, in der gnadenlos Wahrheiten enthüllt werden.
Die Schauspieler sind in Deutschland zwar völlig unbekannt, aber allesamt großartig. Stellvertretend für das fabelhafte Ensemble seien Fridjov Saheim als Geir, Kirsti Eline Torhaug als dessen Freundin und Kjersti Holmen als Therapeutin genannt.
Der Autor und Regisseur: In seinem ersten abendfüllenden Spielfilm, produziert von Dag Alveberg ("Elling"), demaskiert der Norweger Brad Breien Heuchelei und Lebenslügen - und räumt radikal auf mit falschem Mitleid und Psychologen-Phrasen. Er kennt keine Tabus und keine Kompromisse, sondern geht konsequent ans Eingemachte: an den Umgang mit Behinderung. Dabei gelingt ihm das Kunststück, aus dieser Geschichte eine Komödie zu machen - noch dazu eine, die sowohl extrem witzig als auch zutiefst berührend ist: Breien verrät seine Figuren nie, er verzichtet auf flache Gags und Schenkelklopf-Slapstick und findet eine feine Balance zwischen Komik und Tragik. Kein Wunder, dass er mit dieser Mischung weltweit das Kinopublikum begeistert.
Fazit: Eine pechschwarze, politisch völlig unkorrekte und saukomische Feelbad-Komödie. Geheimtipp!